Über mehrere Jahre hinweg trieb sie in Wien ihr Unwesen, jetzt sitzt die berüchtigte Rammbock-Bande hinter Gittern. Auf das Konto der aus Serbien operierenden Tätergruppe gehen neun Einbrüche in Geschäfte, der Gesamtschaden beträgt 1,8 Millionen Euro. Ihre Beute verhökerten die Kriminellen im Netz.
Zwei Jahre akribischer Ermittlungen liegen hinter den Kriminalisten, doch die Arbeit hat sich bezahlt gemacht! Nicht weniger als neun, teils spektakuläre Coups, gehen auf das Konto der serbischen Bande. Die Täter gingen stets nach demselben Schema vor: Nach ihrer Ankunft in der Bundeshauptstadt spähten sie zunächst eine Zeit lang ihre Ziele aus, dann stahlen sie Autos in der Nähe der Tatorte und nutzten diese als Rammbock oder Fluchtfahrzeug.
Die Einbrüche selbst gingen dann blitzartig über die Bühne – binnen maximal zwei Minuten räumten die Serben die Geschäfte aus und machten sich sofort wieder aus dem Staub. Einige Opfer suchten sie gleich mehrfach heim, etwa einen Shop für teure Fotokameras in Neubau sowie eine Edel-Boutique in der City. Ihr größtes Ding drehte die Bande jedoch bei einem Juwelier in der Brigittenau, wo sie auf einen Schlag Beute im Wert von 150.000 Euro machte. Es sollte ihr letzter Coup werden …
Internationale Zusammenarbeit
Anfangs gestalteten sich die Ermittlungen schwierig, im Laufe der Zeit fügte sich das Puzzle jedoch zusammen. Die Spur führte eben nach Serbien, wo die dortigen Behörden tatkräftig mithalfen, die Täter zur Strecke zu bringen. Dies gelang nach längerer Observation quasi in flagranti.
Die Beamten von Landes- und Bundeskriminalamt spürten die Truppe neuerlich in Wien auf, unter Mithilfe der Spezialeinheit Cobra klickten für drei Männer die Handschellen – nur wenige Tage, bevor sie ihren insgesamt zehnten Coup landen wollten.
Dieser Fall ist ein Paradebeispiel dafür, wie nationale und internationale Zusammenarbeit auf dem Polizeisektor funktionieren kann und soll.
Petra Huber-Lintner, Leiterin des Büros für allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt
Quartett bereits verurteilt
Ein vierter Täter wurde auf der Flucht am Grenzübergang Spielfeld in der Steiermark gefasst, nach zwei weiteren Verdächtigen wird noch gefahndet. Vier Männer, darunter der 48-jährige Haupttäter, wurden in der Zwischenzeit zu Haftstrafen zwischen 20 Monaten und sechseinhalb Jahren verurteilt.
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