Nach dem Umsturz in Syrien ist nicht automatisch auch vor der Ausreise aus Österreich. Viele Syrer haben ob der „Heimkehr“ immer noch große Bedenken. Die „Krone“ hat mit zwei Syrern gesprochen.
Während der ehemalige Diktator Baschar al-Assad nach Russland geflüchtet ist, wo man ihm Asyl aus humanitären Gründen gewährt, will man seinen Landsleuten dieses Recht in Österreich vorerst nicht mehr gewähren. Indes stellt sich für viele der 95.180 in Österreich wohnhaften Syrer jetzt die Frage: Bleiben oder gehen?
Ich bin überglücklich und optimistisch, dass wir eine demokratische Nation aufbauen können, in der die Macht beim Volk liegt.
Ziad Rabeh
Rasche Heimkehr mit Problemen verbunden
Zumindest vorerst will sich Ziad Rabeh die Entscheidung noch offen lassen. „Ich bin seit acht Jahren in Österreich und habe hart dafür gekämpft, um das zu erreichen, wo ich heute stehe“, erklärt Rabeh, der derzeit als Front-Office-Leiter in einem Wiener Hotel arbeitet.
Transformation kann gelingen
Eine rasche Rückkehr nach Syrien sei „momentan schwierig“, besonders da sein Sohn Deutsch gelernt habe und Arabisch weder lesen noch schreiben könne. „Das ist eine der größten Herausforderungen, die mich in Bezug auf eine Rückkehr nach Syrien beschäftigen“, verrät er und ergänzt: „Dennoch ist alles möglich. Ich lasse die Zukunft entscheiden.“
So oder so blickt er zuversichtlich in seine alte Heimat. „Die letzten 54 Jahre und besonders die letzten 13 Jahre haben uns gezeigt, wie es nicht geht, und ich bin sicher, dass wir die Transformation in einen demokratischen Staat schaffen können“, ergänzt er.
Ähnlich sieht das Hussein Alhussein. Er ist im Juli 2014 über die berüchtigte Balkanroute nach Österreich geflüchtet. Zurück nach Syrien will er vorerst nicht. „Wohin soll ich dort? Mein Haus in meiner Geburtsstadt Aleppo steht ja nicht mehr. Ich bin jetzt seit 10 Jahren hier. Österreich ist meine neue Heimat geworden“, so der 33-Jährige, der sich mittlerweile als Friseur in Wien-Leopoldstadt selbstständig gemacht hat.
Auch eine Familie hat Alhussein gegründet. Seinem dreijährigen Sohn will er irgendwann einmal sein Geburtsland zeigen. Aber erst dann, wenn es wieder sicher ist. Das wird vermutlich noch Jahre dauern.
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