„Das relativiert vieles“, sagte Felix Neureuther mit ergriffener Stimme. In seiner Funktion als Ski-Experte beim deutschen Sender BR musste er sich am Samstag ein wenig zusammenreißen, als Lucrezia Lorenzi an den Start ging. Es war ihr erstes Rennen seit dem Tod ihrer Schwester, der 19-jährigen Italienerin Matilde Lorenzi.
Matilde war etwa drei Wochen nach einem schweren Trainingssturz am Schnalstaler Gletscher ums Leben gekommen. Das Schicksal des jungen Talents berührte schier die ganze Sportwelt. Und der Start ihrer Schwester beim Damen-Slalom in Levi am Samstag ebenso. Auch Felix Neureuther gestand: „Das ist jetzt tough zu kommentieren.“ Die sieben Jahre ältere Schwester der Verstorbenen schnallte erstmals seit dem Tod von Matilde wieder rennmäßig die Skier an. Sie belegte Platz 44 und schied im ersten Durchgang aus. „Toll, dass sie hier ist und mitfahren kann, das hätte ihre Schwester so gewollt“, kommentierte Felix Neureuther im BR merklich bewegt.
Seine Schlussfolgerung: „Es gibt Wichtigeres als den Sport. So ein Schicksal realtiviert schon vieles.“
Entsetzen
Der Tod Matilde Lorenzis vor nicht ganz drei Wochen hatte bei zahlreichen aktiven und ehemaligen Ski-Stars für Entsetzen gesorgt. Unter anderem äußerten sich auch US-Dominatorin Mikaela Shiffrin, Italiens Abfahrtsqueen Sofia Goggia und Ex-Star Lindsey Vonn.
Mit Gesicht auf die Piste
Lorenzi war offenbar mit dem Gesicht auf die pickelharte Piste aufgeschlagen und hatte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Sie wurde mit einem Helikopter ins Krankenhaus nach Bozen gebracht und erlag dort ihren Verletzungen. Der Wintersportverband FIS und Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto kondolierten den Hinterbliebenen der Heeressportlerin, die als großes Talent galt. Sie wurde in der Vorsaison nationale Meisterin, nachdem sie auf Europacup- und FIS-Ebene unterwegs gewesen war.
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