Ob Mord, Drogendelikt oder Sprengstofffund – die vierbeinigen Spürnasen der Polizei werden auf schwierige Fälle geschult. Mehr als 200 Diensthunde weisen in ganz Österreich eine Spezialausbildung auf. Mitten im Training in Eisenstadt ging der Alarm los – Fahndung, Schlepper verhaftet!
Wie beim Menschen können Lärm oder Feuer bei Hunden Stress auslösen. Um in Ausnahmesituationen richtig zu agieren, absolvieren Polizeihunde einmal im Monat spezielle Übungen. Junge Spürnasen müssen im Schnitt alle zwei Wochen zum Unterricht. „Unsere vierbeinigen Kollegen sollen sich an schwierige Gegebenheiten gewöhnen, wie es bei Einsätzen der Fall sein kann“, erklären die Profis der Diensthundestaffel. Das letzte Training ging im Landesfeuerwehrkommando in Eisenstadt über die Bühne.
Einsatz unter Ablenkung
„In der Feuerwehrschule wurden unsere Diensthunde für den sogenannten Großen-Sicherheits- und Ordnungs-Dienst, kurz GSOD, vorbereitet. Im Mittelpunkt aller Übungen standen Einsatzlagen unter Ablenkung durch Lärm, Feuer und Hitze“, sagt Landesausbilder Jochen Berghöfer. Der Bezirksinspektor gehört zur Diensthundestation der Polizeiinspektion Zemendorf. Weitere burgenländische Stützpunkte dieser Art befinden sich in Königsdorf, Bernstein und Frauenkirchen. Insgesamt sind 25 Vierbeiner unter der Schirmherrschaft der Landespolizeidirektion im Einsatz.
Tiere müssen sich wohlfühlen
Österreichweit weisen 242 Diensthunde eine Spezialausbildung auf, darunter acht Personen-, 88 Suchtmittel-, 45 Sprengstoff-, 18 Brandmittel- sowie 17 Leichen- und Blutspürhunde. 46 treue Gefährten an der Seite ihrer „Herrln“ zeigen als alpine Einsatzhunde ihr Können. Schon seit 1908 arbeitet die Exekutive mit Kameraden auf vier Pfoten.
„Die Ausbildung im Diensthundewesen hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark gewandelt“, teilt das Innenministerium mit. In der Schulung wird auf Belohnung gesetzt. „Derselbe Prozess hat sich in der Humanpädagogik vollzogen. Hunde lernen nur dann gut, wenn sie sich wohlfühlen – so wie der Mensch“, weiß ein erfahrener Beamter. Die Aufgaben der Diensthunde sind vielfältig. Die schlauen Tiere können blitzschnell reagieren. Das zeigte der Fall eines Schleppers. Mitten im Training in Eisenstadt ist Alarm ausgelöst worden.
Hunde lernen nur dann gut, wenn sie sich wohlfühlen – so wie der Mensch.
Beamter im Burgenland
22 Flüchtlinge im Frachtraum
Gegen 10.30 Uhr ist Beamten ein verdächtiger Kastenwagen aufgefallen, der von der S31 aus Mattersburg kommend auf die Südostautobahn Richtung Wien wechselte. Die Polizei fuhr dem Mercedes Vito mit ungarischem Unterscheidungskennzeichen nach. Vom Knoten der A3 bei Eisenstadt bis nach Müllendorf lief die Verfolgung.
Plötzlich hielt der Kastenwagen an, der Lenker sprang auf die Straße und lief in den Wald des Leithagebirges. Im Laderaum hockten 22 Flüchtlinge. Die meisten Migranten – sie dürften aus Syrien, der Türkei und Afghanistan stammen – waren in einem schlechten Gesundheitszustand.
Fahnder auf vier Pfoten stellte Schlepper
Der geflohene Schlepper löste die Fahndung aus. Beim Training der Polizeidiensthunde im Landesfeuerwehrkommando ging der Alarm los. Beamte mit ihren vierbeinigen Spürnasen machten sich auf die Suche. Zielstrebig verfolgte ein Fahnder auf vier Pfoten die Fährte, rasch stöberte er den Schlepper auf.
Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ordnete die Einlieferung des Syrers (23) in die Justizanstalt an. Es bestand Flucht- und Tatbegehungsgefahr. Weitere Ermittlungen wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung sind im Gang.
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