Der Vorarlberger Schriftsteller Robert Schneider über eine Kunst- und Kulturszene, die sich in erster Linie selbst beamtet und mehr und mehr an gesellschaftlicher Relevanz verliert.
Ich schreibe das nicht aus Wehmut, und wenn, gebe ich es erst am Ende zu. Schon lange ist mir klar: Der Zug für die Kultur, die Linke, die Halblinke und die schweigsam Gemäßigte, die von den Sechzigern bis zu den Neunzigern sozialisiert wurden, ist abgefahren. Wir standen zwar am Bahnhof, das schon, haben auch gewartet, aber als er einfuhr, vergaßen wir glatt einzusteigen. So sehr waren wir in Gedanken mit uns selbst. Jetzt ist er abgefahren. Uns Künstlern bleibt ein einsamer Spaziergang, heim durch den herbstlichen Wald. Alte Gefährten nehmen sich bei der Hand: „Weißt du noch, damals?“ Und das Laub fällt. Das Rascheln des Laubs ist überall zu hören.
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