Vor erster Sitzung

Großes Sesselrücken im Vorarlberger Landtag

Vorarlberg
14.10.2024 18:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Bei der Landtagswahl mussten vor allem die Grünen ordentlich Federn lassen. Sie verloren drei von insgesamt sieben Sitzen. Der ÖVP kamen drei Mandate abhanden, der SPÖ eines. Der große Wahlsieger, die FPÖ, gewann mehr als das Doppelte an Sitzen. 

Die Landtagswahl ist geschlagen. Fest steht, wie viele Mandatare die fünf Parteien künftig entsenden dürfen. Wer genau auf den 36 Sesseln Platz nehmen wird, ist aber noch nicht ganz fix. Das liegt zum einen daran, dass Landeshauptmann Markus Wallner einen Regierungspartner benötigt, sodass – im Falle einer schwarz-blauen Koalition – bei den Freiheitlichen nochmals zwei bis drei Sitze frei werden könnten. Nicht veröffentlicht sind zudem die Vorzugsstimmen. Auch dieses Ergebnis könnte noch den einen oder anderen Wechsel mit sich bringen.

ÖVP entsendet die meisten Abgeordneten
Nach derzeitigem Stand haben bei der ÖVP Veronika Marte, Bernhard Feuerstein, Christina Hörburger, Guido Flatz, Heidi Schuster-Burda, Hanno Lecher, Patrick Wiedl, Karin Feurstein-Pichler, Harald Sonderegger, Clemens Ender, Wolfgang Flach, Gerda Schnetzer-Sutterlüty, Monika Vonier, Andrea Schwarzmann und Cenk Dogan ein Mandat. Thüringens Bürgermeister Harald Witwer hat den Sprung in den Landtag verpasst. Spannend dürfte bei der ÖVP die Frage sein, wer Roland Frühstück als Klubobmann nachfolgt. Gute Karten haben Monika Vonier, Veronika Marte und auch Heidi Schuster-Burda. Harald Sonderegger dürfte Landtagspräsident bleiben.

Wer für die Freiheitlichen, die auch noch einen Bundesratsposten zu vergeben haben, am Ende im Landtag sitzen wird, ist mit Abstand am schwersten vorherzusagen. Die drei Mandate im Bezirk Bregenz haben Joachim Fritz, Hubert Kinz und Robert Blum. Im Bezirk Dornbirn soll der Christoph Waibel den Lustenauer Martin Fitz überholt haben, sodass der Dornbirner neben Markus Klien ins Landesparlament einziehen dürfte.

Gleich zwei Kandidaten für Landesratsposten
Die drei Mandate in Feldkirch gehen vorerst an Daniel Allgäuer, Andrea Kerbleder und den Bürgermeister aus Übersaxen, Manfred Vogt. Sowohl Allgäuer als auch Kerbleder haben durchaus Chancen auf einen Regierungssitz. Profitieren könnte dann der freiheitliche Arbeitnehmervertreter Michael Koschat. Im Bezirk Bludenz hat neben Parteichef Christof Bitschi nur Joachim Weixlbaumer das Mandat sicher. Hier darf sich Kornelia Spiß aber berechtigte Hoffnungen auf die Rückkehr in den Landtag machen. Ähnliches gilt für Nicole Hosp, die über die Landesliste einziehen könnte – wenn die vor ihr Gereihten den Weg über die jeweiligen Bezirkslisten gehen.

Übersichtlich gestaltet sich die Mandatsverteilung bei den Grünen, die nur mehr vier Sitze haben. Diese sollten an Daniel Zadra, Eva Hammerer, Bernhard Weber und Christine Bösch-Vetter gehen. Tourismussprecherin Nadine Kasper und Landtagsvizepräsidentin Sandra Schoch teilen das Schicksal mit Harald Witwer und werden sich die kommenden Jahre der politischen Arbeit auf Gemeindeebene widmen müssen. Besonders bitter: Das fünfte Mandat ging sich knapp nicht mehr aus – es wäre an den jungen Klimaaktivisten Johannes Hartmann gegangen.

Trotz Minus kein Mandatsverlust
Nicht viel ändert sich für die SPÖ: Die Sozialdemokraten hatten das 2019 errungene vierte Mandat ja schon während der jüngsten Legislaturperiode verloren. Ex-Klubobmann Thomas Hopfner warf 2021 das Handtuch und saß in Folge als wilder Abgeordnete im Parlament. Ab November werden dort aller Wahrscheinlichkeit nach Mario Leiter, Manuela Auer und Reinhold Einwallner die roten Farben vertreten. Trotz Vorzugsstimmen kein Mandat für Halil CalimÄrgerlich dürfte das bescheidene Abschneiden der Partei besonders für Halil Calim sein. Dem Vernehmen nach hatte der „Vorzugsstimmenbringer“ in Bregenz sogar Einwallner um rund 300 Stimmen übertrumpft. Dem Ex-Nationalrat dürfte das egal sein, da er über die Landesliste einzieht

Nicht viel ändert sich bei den NEOS: Neben Finanzsprecher Gary Thür und Jugendsprecherin Fabienne Lackner holte auch Parteichefin Claudia Gamon das Mandat.

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