Während die Kriminalisten nach dem Großbrand in Wolfsberg bei der Suche nach der Ursache fündig geworden sind, trauert Kärntens Kunstszene um den Nachlass von Wolfsbergs größtem Maler – Karl Schüßler.
Wie die Polizei nach intensiven Ermittlungen der Kriminalisten am Brandort nun bekannt gab, hat ein technischer Defekt in der eingemieteten Diskothek das Feuerinferno ausgelöst. Auch einen Tag nach dem verheerenden Brand der ehemaligen Lebek-Hallen (wir berichteten) herrscht in Wolfsberg Fassungslosigkeit. Nicht nur wegen des Verlustes von zahlreichen Geschäftsflächen, sondern auch wegen des Nachlasses des 2010 verstorbenen Künstlers Karl Schüßler.
„So gut wie alle Werke meines Schwiegervaters waren dort eingelagert“, erzählt Michael Schüßler erschüttert, der gemeinsam mit seiner Frau unmittelbar nach der Brandkatastrophe zu den Lagerhallen eilte. „Über das genaue Ausmaß der Zerstörung wissen wir noch nicht Bescheid, aber wir befürchten das Schlimmste.“
Löschwasser floss in Strömen von Decke
Zwar konnte das Ehepaar am Freitag kurz in die Räumlichkeiten, aber Kunstwerke konnte sie keine retten. „Das Löschwasser floss in Strömen von der Decke. Das Wasser stand sicher 20 Zentimeter hoch im Raum“, sagt Schüßler im Gespräch mit der „Krone“. Aber die Feuerwehrleute hätten keine andere Chance gehabt. Und deshalb geht das Ehepaar auch von einem Totalverlust des künstlerischen Erbes aus. Denn immerhin seien in den Räumlichkeiten eine Vielzahl an Aquarellen eingelagert gewesen, welche durch den massiven Wassereinbruch völlig zerstört sein könnten.
Ausstellung mit geretteten Werken
Ein genaues Bild über den Schaden wird sich das Paar erst in kommenden Tagen machen können. Auch wenn wahrscheinlich aus dem Nachlass von Karl Schüßler nicht mehr viel zu retten sein wird, planen seine Nachkommen mit Gerettetem etwas Besonderes. „Egal, wie viele Werke überleben – wir werden wohl eine eigene Ausstellung damit machen. So stirbt dieser große Maler zumindest nicht ein zweites Mal!“
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