INTERVIEW DER WOCHE. Sein Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ schlug ein wie eine Bombe. 14 Jahre später legt Thilo Sarrazin nach. „Alles ist noch viel schlimmer gekommen“, sagt der erfolgreichste und umstrittenste Sachbuchautor im Interview mit Conny Bischofberger. Ein Gespräch über dramatische Missstände in der Zuwanderungspolitik und ihre schwerwiegenden Folgen.
„Sarrazin?“ Er spricht seinen Namen bedächtig aus, mit einem angedeuteten Fragezeichen dahinter. Wir kennen einander bereits persönlich und führen das Interview deshalb ausnahmsweise am Telefon. Der 79-Jährige sitzt, wie bei meinem letzten Besuch bei ihm zu Hause im Westen von Berlin, am Tisch im Garten. „Ich war gerade dabei, Fragen einer katholischen Zeitschrift per Mail zu beantworten“, erzählt Sarrazin, und dass es ihm und auch Kater „Leo“ gut gehe.
Seit der unbequeme Querdenker vergangene Woche sein neues Buch vorgestellt hat, ist er wieder begehrter Gesprächspartner. „Deutschland auf der schiefen Bahn“, gepaart mit seinem begrenzten Zukunftsoptimismus und schonungsloser Kritik an einer gescheiterten Migrationspolitik, das gibt bestimmt wieder eine Menge Zoff. Seine ehemalige Partei, die SPD, schloss ihr jahrzehntelanges Mitglied (1973 - 2020) deshalb aus der Partei aus. Der Vorwurf: Sarrazin sei fremden- und islamfeindlich. Dabei ist vieles von dem, was der umstrittene Autor schon lange vor der Flüchtlingskrise 2015 aussprach und schrieb, mittlerweile Konsens.
„Krone“: Herr Sarrazin, auch Ihr neues Buch kreist um das Thema Zuwanderung. Warum ist Ihnen dieses Thema so wichtig?
Thilo Sarrazin: Ich spreche immer von Demografie und Zuwanderung, einfach weil wir die Frage der Zuwanderung ohne unsere eigene Geburtenarmut nicht beurteilen können. Letztlich geht es um die Frage, wohin die westlichen Gesellschaften demografisch gesehen gehen, wenn jede Generation ein Drittel kleiner ist als die vorhergehende. Warum ist mir das Thema so wichtig? Wenn wir diese Lücke durch kulturfremde Einwanderung füllen, bedeutet das das Ende unserer Gesellschaft.
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