Finanzielle Probleme hat die Online-Plattform Lovebiirds, die Brautpaaren bei der Hochzeitsplanung unter die Arme greift. Das Unternehmen gehört mehrheitlich der Wirtschaftsagentur Burgenland. Die ÖVP übt Kritik.
Gegründet wurde das Unternehmen mit Sitz in Mattersburg im Dezember 2021 – mit der Beteiligung der Wirtschaftsagentur Burgenland. Als digitale Hochzeitsplattform bot man die Planung des Events von zu Hause aus an. Ein Jahr später erwarb die Wirtschaftsagentur sogar die Mehrheit der Firmenanteile – 81,18% .
„Offenbar zahlungsunfähig“
Doch schon damals gingen die Geschäfte offenbar schlecht. Der Jahresabschluss 2022 wies einen Bilanzverlust von 277.432,74 Euro auf. „Warum hat man die Anteile aufgestockt?“, fragt ÖVP-Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas. Die Situation der Firma sei weiter kritisch. So betrugen die Verbindlichkeiten zum 31. Juli 149.923,07 Euro. Laut Fazekas würden Vergleichsvereinbarungen aufgesetzt, an die Gläubiger geschickt, um ein Insolvenzverfahren zu vermeiden. „Doskozils Wedding-Planer ist offensichtlich zahlungsunfähig“, so Fazekas. Die ÖVP verlangt nun Aufklärung darüber, wie viel Steuergeld in den Sand gesetzt wurde.
Werthaltige Software
Die Wirtschaftsagentur Burgenland betont, dass es sich bei Lovebiirds um eine „neuartige, voll digitale E-Market-Plattform für Hochzeitsplanende“ handle. Der Start sei vielversprechend verlaufen. Der gesundheitliche Ausfall des Gründers hätte diese Entwicklung abrupt gestoppt. „Aktuell ist der operative Geschäftsbetrieb eingestellt“, so Wirtschaftsagentur-Geschäftsführer Michael Gerbavsits. Man bemühe sich um Drittinvestoren und Abnehmer für die eigens entwickelte und werthaltige Software. Mit Gläubigern versuche man, einen außergerichtlichen Vergleich abzuschließen. „Ziel ist es, das Unternehmen zu entschulden und damit an einen potenziellen Interessenten verkaufbar zu machen“, so Gerbavsits.
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