Es war für viele Jahre das Aufreger-Thema: Fünf Jahre nach Ende der Qualmerei in der Gastronomie zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Die Gastwirte wollen keine Glimmstängel mehr, in Nachtbetrieben fehlen hingegen die Gäste. Die „Krone“ hat sich bei zwei Gastronomen umgehört.
Vor fünf Jahren, genau an 1. November 2019, wurde das absolute Rauchverbot in der Gastronomie eingeführt. Der Weg dorthin war lang, gerade auch wegen des vehementen Widerstands der Branche, die ihre Felle davonschwimmen sah. Doch wie ist es jetzt? „Wollen Sie, dass das Rauchverbot in der Gastro wieder aufgehoben wird?“, wollten wir von dem oö. Vize-Wirte-Sprecher Karl Wögerer aus Feldkirchen an der Donau und dem Grieskirchner Gastro-Multi Thomas Altendorfer wissen. Es kamen zwei sehr unterschiedliche Antworten.
„Eigentlich nicht. Ich rauche selbst nur ein bisserl, ich vape. Damals haben wir Wirte halt alle Angst gehabt, was mit den Anrainern passiert, wenn die Gäste in der Nacht draußen stehen. Noch dazu ist damals gleichzeitig die Gastgartensperre ab Mitternacht eingeführt worden“, erinnert sich Wögerer:
„Diese Bedenken haben sich zerschlagen. Ich bin auch Trafikant und bemerke generell eine Verschiebung beim Tabakkonsum. Die echten Raucher werden weniger, die Jungen konsumieren mit Verdampfern und den Pouches, die man sich in den Mund schiebt. Das ist im Grunde das Gleiche wie ein Nikotinpflaster.“
Karl Wögerer
Lustiges Detail am Rande:
Wenn die Mädchen nach draußen zum Rauchen gehen, schwärmen auch junge männliche Nichtraucher aus, weiß Wögerer. „Am Rauchertisch lässt es sich eben leichter anbandeln.“
Nur die Stammtischler, die viel rauchen und trinken, seien fix weg: „Die sitzen jetzt daheim in der Garage.“
Doch wie sieht es beim Nachtleben aus?
Thomas Altendorfer, der aktuell 24…verschiedene Lokale führt, sagt: „Das Rauchverbot hat die Nacht-Gastro ruiniert, das muss man klar sagen. Ich war gerade eine Woche in Dubai auf Urlaub, da ist das Rauchen kein Thema. Nur bei uns wird alles reguliert. Es ist eigentlich alles getan worden, um die Raucher rauszuekeln. Man soll der Bevölkerung schon ein bisschen Freiheit geben.“
„Uns fehlen die Qualmer“
Altendorfer, der selbst gerne zum Glimmstängel greift, trauert jenen 30 Prozent der Landsleute nach, die auch qualmen: „Die gehen uns nachts einfach ab.“
Jahrelang war es dasselbe. Wenn man aus dem Ausland zurückkam, wurde einem anschaulich vorgeführt, wie der österreichische Weg aussieht: Als Nichtraucher konnte man im Nebenraum sitzen, beim Weg dorthin musste man sich oft durch Rauchschwaden kämpfen.
Vor fünf Jahren machte die Regierung endlich Nägel mit Köpfen und der Qualmerei den Garaus.
Wer sehnt sich in diese „gute“, alte Zeit zurück? Ein paar hartnäckige Raucher, die mit röchelnden Atemzügen an der Tschik ihre zugeteerten Lungen endgültig killen. Nicht jede Änderung ist schlecht, das kann man daraus lernen.
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