Nach der Lügen-Affäre rund um den Linzer Bürgermeister Klaus Luger wird die Kritik aus den eigenen Reihen in der SPÖ immer größer. Genossen aus dem Innviertel und Wels fordern nun sogar öffentlich den Rückzug von Luger als Stadtchef der Landeshauptstadt.
Heftiger Gegenwind aus den eigenen Reihen weht Klaus Luger aus dem Innviertel entgegen. Für den Rieder SP-Vizebürgermeister Peter Stummer ist der Rückzug Lugers als Chef der Linzer Stadtpartei viel zu wenig. Er fordert ganz klar auch den Rücktritt vom Bürgermeisteramt: „Korrupte Menschen dürfen in der Politik keinen Platz haben“, postete Stummer auf Facebook.
Ständig mit dem Thema konfrontiert
Binnen kürzester Zeit bekam er viel Zuspruch. Im Gespräch mit der „Krone“ verriet Stummer, dass die roten Rieder im Nationalratswahlkampf nun wegen der Causa Luger auf Hausbesuche verzichten wollen. Die Parteispitze sei sich einig, es würden aber noch Gespräche mit der Fraktion anstehen. Stummer: „Wir würden ständig mit dem Thema konfrontiert werden. Wie sollen wir den Leuten erklären, dass wir es ehrlich meinen, wenn ein so ranghoher Politiker derart agiert?“
Kritik auch aus Wels
Auch aus Wels kommen von den Genossen Rücktrittsaufforderungen. SP-Stadtparteichef und Vize-Bürgermeister Klaus Schinninger: „Die einzige Option ist Lugers Rücktritt – als Bürgermeister und Parteivorsitzender.“
Andere Themen wichtiger
Diplomatischer gibt sich der rote Vöcklabrucker Stadtchef Peter Schobesberger. „Unser Thema ist Gerechtigkeit, davon werden wir die Leute im Wahlkampf auch überzeugen. Die beste Möglichkeit sind persönliche Gespräche, deshalb werden wir auf die Hausbesuche nicht verzichten.“ Zu keiner Stellungnahme waren übrigens die Leondinger SP-Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek und die Altmünsterer Nationalrätin Elisabeth Feichtinger bereit. Der Steyrer SP-Bürgermeister Markus Vogl sowie sein Gallneukirchner Amtskollege Sepp Wall-Strasser waren am Donnerstag telefonisch nicht erreichbar.
Oberösterreichs SP-Parteichef Michael Lindner wurde ebenfalls deutlich. Luger habe der SPÖ einen Bärendienst erwiesen, meinte er in einem Interview mit dem ORF Oberösterreich.
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