Die Freude auf den ersten Schultag ist bei vielen Tafelklässlern groß. Für die Eltern ist es aber vor allem mit viel Geld verbunden. Durch die Teuerungen werden Schulstartaktionen von Caritas und Co. immer wichtiger.
Die Teuerungen bekommen Familien gerade zum Schulanfang besonders zu spüren. Eltern klagen über die oft nicht mehr leistbaren Beiträge, die ihnen zu Schulbeginn abverlangt werden: Schultasche, Turnbeutel, Hefte, Stifte, Malfarben und Handarbeitskoffer – schon ein einfaches Startpaket für die Schule kann bis 300 Euro kosten. Zusätzlich zu den gestiegenen Kosten für Lebensmittel, Wohnen und Energie.
„Damit dürfen wir uns nicht abfinden“
60.000 Volksschulkinder und 91.000 Kinder in der Unterstufe leben laut Caritas österreichweit in einkommensarmen Haushalten. Insgesamt seien rund 376.000 Kinder und Jugendliche armutsbetroffen. „Damit dürfen wir uns nicht abfinden“, betont Caritas-Chef Klaus Schwertner. Daher gibt es auch in diesem Jahr wieder die carla Schulaktion.
Die anhaltenden Teuerungen setzen viele Menschen unter Druck – darunter auch beunruhigend viele Kinder und Jugendliche.
Caritasdirektor Klaus Schwertner
Schulstart bedeutet hohe Kosten
In der Filiale am Mittersteig 10 im 5. Bezirk haben Eltern die Möglichkeit, Schulsachen – von nagelneu gespendeten bis zu gebrauchten in gutem Zustand – zu günstigen Preisen zu erstehen. Auch Alena Pecker kauft hier für ihren Sohn Michael, der im September seine Schullaufbahn startet, ein. „Gerade für Erstklassler braucht man so viel Neues, von der Schultasche bis zum Spitzer. Das ist mit sehr hohen Kosten verbunden“, schildert die 47-Jährige. Die Preissteigerungen seien omnipräsent, der Schulbeginn tue sein Übriges.
„In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben wir bemerkt, dass immer mehr Kunden kommen“, schildert die Leiterin des carla Mittersteig, Petra Rabl. Sie hätten bereits vor Tagen Anrufen bekommen, ob denn die Schulstartaktion wieder stattfinde. Bereits am Samstag war der Andrang groß, pro Tag kämen zwischen 20 und 50 Familien zum Einkaufen.
Schulsachen fünf Prozent teurer
Schultaschen gibt es ab sieben Euro, Hefte um 30 Cent und Federpenale um 2,50 Euro. „Im normalen Handel müsste ich das Dreifache zahlen“, weiß Mutter Alena Pecker. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Schulartikel um fünf Prozent teurer. Doch mit den Schulsachen ist es noch nicht getan.
Bis zu 1690 Euro pro Schuljahr
Auf die Eltern der Schüler kommen im Laufe des Jahres noch viele weitere Kosten zu: unter anderem Ausflüge, Kopierkosten und Milchgeld. Laut Schulkostenstudie werden im Durschnitt pro Volksschüler und jene in der Unterstufe 1400 Euro fällig. In der Oberstufe sind es gar 1690 Euro pro Kind. Hinzu kommt in manchen Fällen die Nachhilfe – mit bis zu 750 Euro pro Jahr.
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