Die Klimaschutzbewegung Letzte Generation beendet ihre Klebe-Proteste und löst sich in ihrer bisherigen Form auf. „Wir haben es versucht“, so die Aktivisten, die „keine Perspektive für Erfolg mehr sehen“.
Das bedeutet offenbar ein Ende von Protesten wie das Ankleben an Straßen, Aktionen im und rund um das Parlament und Störmaßnahmen während Sportevents wie Marathon oder Motorsportveranstaltungen. Die Aktivisten wollen aber auch „friedlichere“ Schwerpunkte ad acta legen. Dazu zählen Teilnahmen an Podiumsdiskussionen, Infoabende zu Klimaschutzthemen oder Auftritte im Fernsehen.
Verbleibende Gelder für Prozesse und Strafen
„Die restlichen Finanzmittel verwenden wir, um die Kosten von Kriminalisierung und Ermittlungen zu decken. Unsere Spendenkanäle bleiben offen, weil immer noch hohe Geldstrafen und hohe Prozesskosten ausständig sind.“
Der Grund für das Ende der Proteste ist offenbar der Gegenwind, den sie mit ihren Aktionen in der Gesellschaft erfahren haben: „Wir haben weitergemacht trotz Gewalt, Morddrohungen, Festnahmen und Haft, Hass oder Strafen in Höhe von zehntausenden Euros“, erklären die Aktivisten.
Letzte Generation: „Die Gesellschaft hat versagt“
Nun würden sie keine Perspektive für Erfolg mehr sehen. „Die Regierung glänzte in den letzten zwei Jahren mit kompletter Inkompetenz. Menschen aus der Bevölkerung haben sich für die fossile Verdrängung entschieden. Wir sehen ein, dass Österreich weiter in fossiler Ignoranz bleiben will und damit in Kauf nimmt, für den Tod von Milliarden von Menschen mitverantwortlich zu sein. Die Gesellschaft hat versagt. Uns macht das unendlich traurig“, erklärt die Gruppe ihren Rückzug.
Gruppe kündigt „neue Projekte des Widerstands“ an
Obwohl sie aufgeben, hoffen sie, mit ihren Aktionen etwas bewirkt zu haben. „Wir haben mehr Menschen als je zuvor politisiert und Samen für einen friedlichen Aufstand gepflanzt“, so die Letzte Generation zu ihrem Abschied. Ganz Lebewohl sagen wollen sie aber nicht: Es werde „neue Projekte des Widerstands geben“, welche, wisse man noch nicht, erklärte Sprecherin Marina Hagen-Canaval.
Sprecherin hofft auf Auflehnung gegen „zerstörerisches System“
Aktivisten der Letzten Generation würden sich primär nicht als Gruppe wie eine NGO sehen, sondern als Kampagne. Diese habe „einen Punkt erreicht, an dem eine Schließung Sinn macht und Platz für einen neuen Weg macht“, so Hagen-Canaval. Die Organisation hoffe, die Menschen würden sich weiter organisieren und sich gegen das zerstörerische System auflehnen, hieß es am Dienstag.
Die primäre Forderung der Gruppe war die Verankerung von Klimaschutz als Grundrecht in der Verfassung. Auch wenn die Aktionen der Letzten Generation umstritten waren, hätten sie doch ein wichtiges Thema in den Vordergrund gerückt: Die rasch voranschreitende Klimakrise, so Global 2000 in einer Aussendung. Die Klimabewegung würde die Gesellschaft weiter aufrütteln.
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