Der Skandal um die dreimalige Dressur-Olympiasiegerin Charlotte Dujardin ist um ein Kapitel reicher, nachdem sich eine Augenzeugin des Vorfalls zu Wort gemeldet hat. Die Australierin versichert, für den Clip nicht verantwortlich zu sein und betont: „Charlotte hat eine Menge Feinde“.
Die Australierin wurde von mehreren Seiten bezichtigt, die Drahtzieherin hinter dem versendeten Skandal-Video von Dujardin zu sein. Gegenüber der „Sun“ erklärte die Reitlehrerin: „Ich bin nicht der Whistleblower. Ich habe das Filmmaterial nicht gefilmt“. Allerdings bestätigte ihr Anwalt, dass sie als Augenzeugin vor Ort war.
Die Frau hat demnach als Mittelsfrau agiert, um Kunden an Dujardin zu vermitteln. So auch an jenem Tag, mutmaßlich vor vier Jahren in den Niederlanden, wo schließlich die Videoaufnahmen entstanden sind. „Charlotte hat eine Menge Feinde. Es hätte jeder sein können, aber ich habe die Wut abbekommen“ so die gebürtige Australierin, die mittlerweile in England lebt.
„Angst vor der Hexenjagd“
Ihre Geschäftsbeziehung zur hochdekorierten Olympionikin habe sie unterdessen nach den Vorfällen damals abgebrochen. Wer das Video an den niederländischen Reitsportanwalt Stephan Wensing, der es schließlich publik machte, übergeben hatte, ist weiter nicht klar. „Ich muss den Namen schützen. Meine Mandantin hat große Angst vor der Hexenjagd“, erklärt der Anwalt.
Seine Mandantin habe allerdings Mitleid mit Dujardin. Die dreimalige Dressur-Olympiasiegerin hat ihre Teilnahme an den Sommerspielen in Paris nach Veröffentlichung des Videos abgesagt und sich reumütig gezeigt. „Ich schäme mich zutiefst und hätte in diesem Moment ein besseres Beispiel abgeben sollen“, erklärte die Reit-Ikone. Wenn sie in Paris angetreten wäre und nochmal, wie erwartet, Edelmetall gewonnen hätte, wäre sie Großbritanniens erfolgreichste Olympionikin geworden.
Zeitpunkt nicht bewusst gewählt
Die Veröffentlichung so kurz vor den Olympischen Spielen sei allerdings nicht bewusst gewählt worden, so Wensing. „Meine Mandantin fühlte sich erst in der Lage, sich zu äußern, als zwei andere olympische Reiter in diesem Jahr suspendiert worden waren.“ Zuvor sei die Einschüchterung zu groß gewesen.
Von Leuten aus der Dressur-Szene sei die Person vor den Folgen gewarnt worden, gegen eine Reit-Ikone vorzugehen. „Nach den Suspendierungen der anderen Reiter, hatte meine Mandantin das Gefühl, endlich für den Tierschutz kämpfen zu können.“ Deshalb habe sie schließlich das Video an den Anwalt geschickt. Im Clip ist zu sehen, wie Dujardin mit einer Peitsche auf ein Pferd einschlägt, während eine andere Reiterin im Sattel sitzt. Mittlerweile wurde sie bis auf weiteres gesperrt, während eine Untersuchung läuft.
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