08.01.2013 10:37 |

Trojaner installiert

McAfee: "Habe Regierung von Belize überwacht"

Es ist ruhig geworden um John McAfee, den Software-Millionär, der im mittelamerikanischen Belize wegen des ungeklärten Mordes an seinem Nachbarn verhört werden sollte und daraufhin eine spektakuläre Flucht nach Guatemala hingelegt hat. Mittlerweile ist McAfee wieder in den USA, bloggt aber weiter über sein Leben auf Belize. Seine neueste Anekdote: Er habe Regierungsvertreter mit geschenkten Laptops, auf denen Keylogger installiert waren, überwacht und Prostituierte auf die Mächtigen angesetzt, die in seinem Auftrag Spyware auf deren Rechnern installiert hätten.

"Hey Baby, kann ich mal an deinen Rechner, um meine E-Mails zu checken?", sei eine gängige Masche der 23 Frauen und sechs Männer gewesen, die McAfee auf hohe Beamte in Belize angesetzt haben will, um Spyware auf ihren Rechnern zu installieren. Manchem Regierungsvertreter hinterließen McAfees Abgesandte angeblich auch versteckte Tonbandgeräte.

McAfee jubelte Beamten Notebooks mit Spyware unter
Anderen Beamten jubelte McAfee laut eigenen Angaben kurzerhand billige Notebooks unter, die er zuvor mit Spyware versehen und neu verpacken ließ. Insgesamt habe er 75 Notebooks als Geschenke an Regierungsvertreter, Polizeioffiziere und einige Geliebte mächtiger Männer und Frauen verteilt und die darauf getätigten Eingaben per Keylogger gesammelt. Ein Trojaner kontrollierte Webcam und Mikrofon der verschenkten Geräte. Zur Auswertung der Datenflut aus McAfees Lauschangriff hatte der Antiviren-Pionier offenbar eigens vier Mitarbeiter eingestellt.

Seine Mitarbeiter rekrutierte McAfee dabei anscheinend teilweise aus den angeheuerten Prostituierten. "Acht von den Frauen waren so fähig, dass sie bei am Ende bei mir eingezogen sind", schreibt McAfee in seinem Blog. Durch seine Überwachungen sei McAfee an Daten gelangt, die beweisen sollen, dass die Regierung von Belize in terroristische Aktivitäten der Hisbollah verwickelt ist, führt er weiter aus. McAfee untermauert seine Erzählungen im Blogeintrag zwar mit zahlreichen Screenshots, seine Behauptungen sind aber schwer zu überprüfen.

Abhöraktion als Reaktion auf Hausdurchsuchung im April
McAfee habe das Abhörnetzwerk erdacht, nachdem im April sein Haus von den Behörden Belizes durchsucht und sein Hund erschossen worden war, schreibt er. Er sei sehr wütend gewesen und habe sich von der Regierung bedroht gefühlt, also habe er wissen wollen, was die Regierung plant.

McAfees spektakuläre Flucht aus Belize begann im November nach dem ungeklärten Mord an seinem Nachbarn Gregory Faull, ebenfalls ein Exil-US-Amerikaner, der sich in Belize niedergelassen hatte. Die Behörden vermuteten, McAfee stehe in Zusammenhang mit dem Verbrechen, und wollten ihn vernehmen. McAfee vermutete wiederum, die Regierung habe es auf sein Geld und sein Leben abgesehen, und flüchtete mit seiner Geliebten Hals über Kopf aus Belize nach Guatemala.

McAfee: Bei der Flucht alles verloren
Von dort sollte er wegen illegaler Einreise wieder nach Belize abgeschoben werden, nach einem kurzen Rechtsstreit wurde ihm jedoch die Ausreise in die USA gestattet. Dort kam er, wie er selbst sagt, mittellos an, da er auf seiner Flucht alles verloren habe. McAfees Flucht aus Belize soll nun verfilmt werden (siehe Infobox) – mit seiner Überwachungsaktion liefert der Antiviren-Pionier den Filmemachern jetzt neuen Stoff.

McAfee ist der Gründer der gleichnamigen Softwarefirma, die unter anderem Programme gegen Viren und andere Schadsoftware entwickelt. Er soll in den 90er-Jahren rund hundert Millionen US-Dollar (etwa 77 Millionen Euro) verdient haben, bevor er sich aus dem Silicon Valley verabschiedete, um das Leben eines Abenteurers zu führen.

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