Spezielles Duell für OÖ-Schach-Youngster Edi Raber bei den Jaques-Lemans-Open in St. Veit an der Glan: Der Mühlviertler traf auf eine blinde Gegnerin! Die „Krone“ blickte darauf, wir das Spiel für Blinde funktioniert, wie extrem stark sie spielen können und welche Regel außer Kraft tritt.
Der Mühlviertler Edi Raber traf (und besiegte) in Kärnten Mohammadi Sholeh (D), eine blinde Spielerin. Ist Schach doch eine der wenigen Sportarten, die von Blinden und Sehenden gemeinsam (fast) ohne Einschränkungen ausgeübt werden kann. Wobei gutes Visualisien auch bei Sehenden gefragt ist, ist die Brettstellung doch nur Ausgangspunkt für Berechnungen.
Zweites Brett im Spiel
Und so funktioniert Schach für Blinde: Der Spieler benützt ein zweites, eigenes Brett, um beim Ertastet der Positionen den Gegner nicht zu stören. Auf diesem sind die schwarzen Felder gegenüber den weißen erhöht.
Steckfiguren mit einem Nagel
Es gibt Steckfiguren, die schwarzen haben einen kleinen Nagel im Kopf. So können Blinde das Spiel ertasten, ohne Figuren umzuwerfen. Der sehende Spieler sagt seine eigenen Züge an, muss bei seinem Brett zudem jene des Gegners ausführen. „Er hat eine Art Doppelbelastung, weshalb es nicht leicht ist, die volle Spielstärke abzurufen“, so Referee Gerald Hametner. Er erklärt: „Die einzige Regel, die für Blinde außer Kraft tritt ist ’berührt – geführt“. Sie besagt, dass mit einer berührten Figur auch gezogen werden muss.
Polnischer Großmeister
„Man glaubt jedenfalls gar nicht, wir stark Blinde spielen können“, sagt Günter Mitterhuemer, Präsident des OÖ-Verbandes. Der Pole Tazbir Marcin. etwa ist Großmeister und mit einer Spielstärke von 2492 ELO-Punkten die Nummer 683 der Welt.
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