Alarm auf der Waage! Bereits ein Drittel unserer Kinder und Jugendlichen lebt mit Übergewicht und hat dabei gleichzeitig einen Mangel an Nährstoffen. Eine aktuelle Umfrage des Vereins „Land schafft Leben“ und der Bundesschülervertretung unter 5000 Schülern zeigt deutlich, dass bereits im Unterricht diesem Problem entgegengewirkt werden könnte und auch sollte.
Unserem Nachwuchs fehlt es an ausgewogener Ernährung in der Schulkantine und auch auf dem Lehrplan wird nur wenig über gesundes Essen aufgetischt. Wenn wir eine gesündere Gesellschaft sein wollen, dann müssen wir also bei der Ernährung unserer Kinder beginnen.
In der Schule gibt es dafür zwei riesige Hebel: einerseits die tägliche Verpflegung, andererseits die Ernährungsbildung im Unterricht. Hier beruht momentan viel auf freiwilligem Engagement der Schulen, das reicht aber nicht. Es braucht klare politische Rahmenbedingungen – und zwar bundesweit.
Ernährung und Kochen so wichtig wie das ABC
„Die Schule von morgen soll ein Ort sein, an dem ein gesunder Lebensstil gelehrt wird“, appelliert Bundesschulsprecher Marius Hladik an die Verantwortlichen. Es ist hoch an der Zeit, dass in allen Schulen leistbares gesundes Essen angeboten wird. Und dass alle Schüler im Unterricht mehr über die Auswirkungen ihrer Ernährung auf Körper und Psyche, auf Klima, Umwelt und über den Umgang mit Lebensmitteln lernen.
Diese Forderung wird von der neuen Umfrage untermauert, denn die Jugendlichen wünschen sich hier baldigst Erneuerungen im Lehrplan. Unterrichtsfächer wie Kochen sollen ein Fixpunkt am Stundenplan sein – und dies in allen Schultypen vom Gymnasium bis hin zu berufsbildenden Einrichtungen. Stolze 46 Prozent der Schüler haben diesen Wunsch angegeben – und was viele überraschen mag - auch junge Männer sind massiv daran interessiert.
Die Umfrage zeigt, dass Kinder an gesundem Essen sehr interessiert sind. Deshalb muss dies künftig auch in den Unterricht einfließen.

Hannes Royer und Maria Fanninger, Verein „Land schafft Leben“
Bild: Christian Hoppe
„Worauf warten wir also?“, fragt sich Maria Fanninger, die seit über zehn Jahren gemeinsam mit Hannes Royer und ihrem Verein „Land schafft Leben“ all diese Themen ausführlich recherchiert und analysiert. „Wir sind den Lebensmitteln auf der Spur“ bringt es Royer auf den Punkt.
Fast die Hälfte aller Schüler will kochen lernen
Der Ball liegt im Gesundheits- und Bildungsministerium, die erhobenen Umfrageergebnisse an unseren Schulen zeigen eindeutig: Fast die Hälfte der befragten Schüler wünschen sich nicht nur Kochunterricht, sondern wollen außerdem mehr über Gesundheit und Ernährung erfahren. Auch Tierwohl, Landwirtschaft, Lebensmittelverschwendung und Klima zählen zu jenen Themen, über die besonders viele der Befragten im Unterricht mehr lernen möchten.
Satte 87 Prozent möchten von ihren Lehrern mehr darüber erfahren, wie sich die Ernährung auf die körperliche Gesundheit auswirkt. Vielleicht schaffen die kommenden Generationen hier tatsächlich einen Sinneswandel, der dafür sorgt, fit zu bleiben und ihnen sogar noch in der Pension zugutekommt.
Denn wir Österreicher erhalten in der Benotung bei „Gesunden Lebensjahren“ maximal ein „Genügend“. Nur 61 gesunde Jahre verbringen wir im Durchschnitt. Zum Vergleich in Italien sind es gut sieben Jahre mehr! Übergewicht belastet aber nicht nur unseren Körper, sondern auch unser ohnehin schon angeschlagenes Gesundheitssystem. Wir sollten also schnell auf die klugen Wünsche unserer Kinder eingehen und ihnen damit mehr Appetit auf Schule machen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.