Heiraten ist in, aber:

Untreue in Ehe ist der häufigste Scheidungsgrund

Österreich
14.05.2024 11:33

Die Österreicher heiraten gerne. Fast 45.000 Frauen und Männer haben sich hierzulande im Vorjahr das Ja-Wort gegeben. Auch empfinden 76 Prozent laut einer Umfrage des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent die Ehe weiterhin als zeitgemäß. Doch immerhin über 14.000 Ehen wurden im selben Zeitraum geschieden – der häufigste Grund war die Untreue eines Partners. 

Jede vierte Person der 1000 Befragten hat sich immerhin mindestens einmal schon konkrete Gedanken über eine Scheidung gemacht, hieß es in einer Aussendung am Dienstag.

Untreue als Scheidungsgrund Nummer eins
Dabei gibt es mit Untreue klar einen häufigsten Trennungsgrund (44 Prozent), danach gaben 36,4 Prozent an, sich auseinander gelebt zu haben. Emotionale Verletzungen (30,1 Prozent), die Feststellung, nicht mehr zusammenzupassen (18,8 Prozent) und Suchtverhalten (16,7 Prozent) wurden ebenfalls als Faktoren genannt.

Untreue bleibt der Scheidungsgrund Nummer eins. (Bild: Marketagent)
Untreue bleibt der Scheidungsgrund Nummer eins.

Nach gezogenem Schlussstrich können sich aber 85 Prozent auf eine einvernehmliche Scheidung einigen, wobei die treibende Kraft hinter der Trennung meist von einer Partei kam.

Ehevertrag weiterhin ein Tabuthema
Nur ein Drittel kann sich laut dem Scheidungsreport vorstellen, bereits vor der Eheschließung rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Lediglich 3,4 Prozent der Befragten haben einen Ehevertrag abgeschlossen. Ein Viertel der Teilnehmer hat aber bereits eine Scheidung hinter sich.

Die Österreicher heiraten gerne – einen Ehevertrag schließen aber die wenigsten ab. (Bild: APA/GUENTER R. ARTINGER)
Die Österreicher heiraten gerne – einen Ehevertrag schließen aber die wenigsten ab.

Zu überhastet treffen die Menschen hierzulande den Schritt für das ewige gemeinsame Leben aber nicht: Die Entscheidung ist mehrheitlich vorbereitet und geplant (62 Prozent). Im Schnitt sind die Verliebten schon 5,5 Jahre zusammen bevor das Ja-Wort gesprochen wird. Die Menschen sehen den Akt als „gegenseitiges Versprechen“ (58 Prozent), „Zeichen der Liebe“ (50 Prozent) bzw. als „innige Verbindung zweier Menschen“ (48 Prozent). Als „rechtliche Absicherung“ nimmt die Ehe ein Drittel wahr.

Frauen zweifeln mehr als Männer
Die Zweifel am ewigen Bund sind bei Frauen stärker ausgeprägt. Fast ein Drittel der Frauen hat sich bereits konkrete Gedanken über eine Scheidung gemacht. Und knapp sechs von zehn Personen kennen mindestens ein Paar, das nur noch auf dem Papier verheiratet ist, zeigte sich in der Umfrage unter 1000 Befragten, die in Kooperation mit der Anwältin Susanna Perl-Lippitsch durchgeführt wurde. „Dabei ist besonders spannend, dass es im Mittel (Median) tatsächlich im viel beschworenen verflixten siebenten Jahr zur Scheidung kam“, hieß es.

Bei fast einem Drittel der Scheidungen gab es Reibereien hinsichtlich der Vermögensaufteilung (30 Prozent). Bei einem Viertel wurde wegen Sorge- und Kontaktrecht für die Kinder gestritten (26 Prozent). Vier von zehn Geschiedenen bereuen es der Umfrage zufolge im Nachhinein, sich vor der Hochzeit rechtlich nicht besser informiert zu haben.

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