Um die Wasserversorgung zu sichern, will man in Großpetersdorf einen neuen Brunnen bohren. Gleichzeitig sorgt aber die Stilllegung der zwei alten Brunnen für politischen Zank. Die ÖVP wirft der SPÖ vor, für die Errichtung eines Fitness- und Vitalparks die Trinkwasserversorgung zu gefährden.
Die Trinkwasserversorgung sorgt in Großpetersdorf derzeit für heftige politische Debatten. Aufgrund von Wasserknappheit muss die Gemeinde eine weitere Wasserversorgungsalternative anstreben. Geht es nach den Plänen von Bürgermeister Harald Kahr (SPÖ), dann soll die Versorgungssicherheit künftig durch einen neuer Brunnen beim Feuerwehrhaus, dem Neubau eines Brunnens am Pinkaboden durch den Wasserverband Südliches Burgenland, einem Hochbehälter in Miedlingsdorf und dem Quellengebiet Rumpersdorf gewährleistet werden. Zudem habe man die Zusage des Wasserverbandes, dass dieser bei Wasserknappheit die Versorgung absichert.
Beseitigung von Altlasten rund um das Wasserschutzgebiet
Im Gegenzug und zum Missfallen der ÖVP will man dafür zwei bestehende Brunnen stilllegen und damit mehrere „Baustellen“ aus dem Weg räumen. Durch die Stilllegung der Brunnen würden neue Bauplätze frei, die derzeit wegen des Quellenschutzgebietes nicht bebaut werden können. Auch ein Fitness- und Vitalpark soll errichten werden. Gleichzeitig beseitige man, so Kahr, das Problem von Altlasten rund um das Wasserschutzgebiet, die durch eine ehemalige Fabrik hervorgerufen wurden.
Hohe Kosten für Aktivkohlefilter
Viele Jahre nach der Schließung ist das Grundwasser noch immer belastet. Der Einbau von Aktivkohlefiltern verschlingt Unsummen, erklärt Kahr. Allein in den letzten vier Jahren wurden 190.000 Euro in die Filteranlage investieren. Für die ÖVP, die mit ihrem Auszug aus dem Gemeinderat das Projekt kurzfristig abwendete, steht jedenfalls fest, dass das Prestigeprojekt Fitness- und Vitalpark die Trinkwasserversorgung gefährdet, weil der neue Brunnen weniger Fördervolumen hat.
Ehemaliger Amtsleiter äußert Bedenken
Zu Wort meldete sich auch Großpetersdorf Ex-Amtsleiter: In einem offenen Brief appelliert er an den Gemeinderat die Neuorientierung der Wasserversorgung zu überdenken, denn es sei in Zeiten des Klimawandels und des sinkenden Grundwasserspiegels unverantwortlich die beiden funktionierenden Trinkwasserbrunnen aufzulassen. Indes ortet Bürgermeister Kahr ein „politisches Spiel, welches im höchsten Stil von der ÖVP geplant war, denn den Beschluss für den Fitness- und Vitalpark hat man mitgetragen.“
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