In einer Reihenhaussiedlung im oberösterreichischen Marchtrenk hat ein Bewohner verdächtige Symbole am Asphalt seines Parkplatzes entdeckt. Was bedeuten solche Zeichen am Boden? Die „Krone“ hat bei Experten nachgefragt, wie man in so einem Fall reagieren sollte.
Harmloses Gekritzel oder doch geheime Botschaften krimineller Banden? Wenn Bewohner an oder vor ihrem Zuhause verdächtige Symbole entdecken, läuten meist nicht nur alle Alarmglocken, sondern auch die Telefone bei der Exekutive.
Anfang dieser Woche wurden die Markierungen bei mehreren Häusern in Marchtrenk entdeckt – die Stadtgemeinde warnt Bürgerinnen und Bürger auf ihrer Facebook-Seite.
„Keine große Beunruhigung“
„Bitte haltet die Augen offen und verständigt die Polizei, solltet ihr bei euch oder eurer Nachbarschaft ähnliche Zeichen entdecken“, werden die Einheimischen aufgefordert. Trotzdem bemerkt Bürgermeister Paul Mahr „keine große Beunruhigung in der Bevölkerung“. „Bei uns hat sich der Hausbesitzer auf Anraten der Polizei gemeldet“, so der Ortschef, „weil die Exekutive darum gebeten hat, die Öffentlichkeit zu informieren.“
Ein Hausbesitzer hat die Gaunerzinken entdeckt. Eine Beunruhigung in der Bevölkerung habe ich aber nicht bemerkt.
Paul Mahr, Bürgermeister von Marchtrenk
Doch was bedeuten die Symbole? „Laut dem Bewohner bedeutet das ,X’, dass es in diesem Haus etwas zu holen gibt. Das liegende ,B’, dass hier eine alleinstehende Frau lebt, was aber im konkreten Fall gar nicht zutrifft“, so Mahr. Das betroffene Gebiet wird derzeit verstärkt bestreift.
„Am besten sofort entfernen“
Die „OÖ-Krone“ wollte von einem Experten wissen, was es mit den Gaunerzinken auf sich hat: „Sie werden auf jeden Fall weniger, meist tauchen sie in Oberösterreich einmal im Jahr irgendwo auf“, sagt Ronald Maggauer vom Landeskriminalamt Oberösterreich.
Tendenziell wird in den „markierten“ Gebäuden nicht eingebrochen, „die Gaunerzinken könnten auch von Mitgliedern des fahrenden Volkes angebracht werden, um zu kennzeichnen, wo Bewohner beim Betteln besonders großzügig waren.“
Aber was tun, wenn man die Symbole entdeckt? „Am besten sofort entfernen“, empfiehlt der Experte.
Gaunerzinken sind geheime Codes auf Hauswänden, Briefkästen, Gehsteigen oder Ähnlichem. Man nimmt an, dass kriminelle Banden damit Gebäude markieren, in denen sich ein Einbruch lohnt. Die Zeichen könnten aber auch Hinweise auf die Bewohner, mögliche Haustiere, Alarmanlagen oder Waffen im Haus sein.
Generell scheint ein Ende der Hochsaison bei den Dämmerungseinbrüchen in Sicht: „Meist beginnen sie mit Ende der Sommerzeit und dauern dann bis Ende Februar“, sagt Maggauer. Während der Hochphase schwanken die Zahlen stark. „Wenn eine Profibande im Land ist, begeht sie in dieser Zeit bis zu drei Einbrüche pro Nacht, was natürlich einen extremen Anstieg der Taten zu Folge hat“, weiß Maggauer.
Dabei sind die meisten Täter als „Touristen“ in Oberösterreich, kommen ursprünglich aus dem Ostblock oder dem Balkangebiet.
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