Grüne haken nach

Viele offene Fragen zum Tierleid auf den Straßen

Politik & Wirtschaft
20.04.2023 11:20

Oberösterreich, im Herzen Europas gelegen, ist auch Durchzugsroute für Tiertransporte innerhalb der EU und mit Drittländern als Ziel oder Ursprung. Dass damit auch viel Tierleid verbunden ist, hat der EU-Rechnungshof dieser Tage aufgezeigt. Die Grünen haken nun im oberösterreichischen Landtag nach.

Kernsatz der Diagnose der EU-Prüfer ist: „Über ein Drittel dieser Transporte dauern mehr als acht Stunden, und die Tierschutzstandards werden dabei nicht immer eingehalten.“ Was davon in Oberösterreich bekannt wird, hinterfragen die Grünen nun anlässlich der neuen EU-Erkenntnisse beim zuständigen Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ), aufgehängt auf konkreten Zahlen über Tiertransportvolumen, Kontrolltätigkeit und Feststellung von Verwaltungsübertretungen, und das zurück bis ins Jahr 2016. Der grüne Tierschutzsprecher Rudi Hemetsberger möchte von Steinkellner auch wissen: „Welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um die nach wie vor bestehenden Verwaltungsübertretungen bei Tiertransporten zu verbessern?“

Nur 127 Kontrollen auf den Straßen
Der bisher jüngste in Oberösterreich vorliegende Bericht liefert zumindest für das Jahr 2020 Antworten. Demnach fanden in diesem Jahr in Oberösterreich 45.077 Tiertransportkontrollen statt, wobei bei der Mehrzahl Oberösterreich Bestimmungsort der Transporte (diesbezüglich gab’s 43.158 Kontrollen) oder Versandort (mit 1792 Kontrollen) war. Demgegenüber ist die Zahl der Kontrollen während des Transportes minimal: Es waren genau 127. Es wird also wenig Tierleid beim Durchfahren erwischt. Die Kontrollen auf der Straße führt ein Tiertransportinspektor des Landes mit der Polizei durch.

Ein Zuchttier müsste man sein
Es kommt immer drauf an, was sich verdienen lässt: Zuchttiere werden beim Export gewiss besser behandelt als sogenanntes Nutzvieh, weil man ja auch transportgeschädigte Exemplare schlachten kann. Zuchttiere müssen aber ordentlich ankommen.
Auch wenn das Transportvolumen nicht vergleichbar ist, so könnten die schonenderen Zuchttransporte doch einmal zum Vorbild für alle werden. Wünschenswert wäre es gewiss. Oder man schafft es, künftig mehr Fleisch zu transportieren, als Lebendtiere zur Schlachtung im Ausland. Das wäre die pragmatischere, schlicht kostengünstigere Lösung.

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