Taten müssen folgen

EU-Bericht bestätigt ungesetzliche Tiertransporte

Der EU-Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten (ANIT) hat am Donnerstag seinen Bericht vorgelegt. Er bestätigt eine grausame und ungesetzliche Praxis auf Europas Straßen und Seewegen. Die Empfehlungen der Ausschussmitglieder werden im Jänner 2022 im EU-Parlament zur Abstimmung stehen und können ein erster Schritt sein, Lebendtiertransporte innerhalb und außerhalb der EU in Zukunft besser zu regeln. Die „Krone“ bleibt im Auftrag ihrer Leser an diesem wichtigen Thema dran!

Schwarz auf Weiß haben die Mitglieder des Untersuchungs-Ausschusses in ihrem Bericht festgehalten, dass Kommission und Mitgliedsstaaten bei der Durchsetzung europäischen Rechts auf weiter Strecke versagt haben. Gesetzesbrüche in und außerhalb der EU stehen auf der Tagesordnung. Wir produzieren mehr, als wir essen können - schicken aber Tiere durch die Welt und importieren im absurden Gegenzug massenhaft. Dabei gibt es längst Initiativen zur stressfreien Schlachtung in Österreich.

Allein die enorme Flut an Leserbriefen zur „Krone“-Tiertransportberichterstattung zeigt überdeutlich: Die Österreicher wollen nicht, dass die Lebewesen auf ihrem Weg in den Tod auch noch gequält werden. Ein 2020 einberufener „Krone“-Gipfel gegen Tiertransporte mit einer Reihe wichtiger Player aus Politik und Tierschutz kann als großer Erfolg bezeichnet werden. Danach folgten zahlreiche weitere Gespräche und aufrüttelnde Zeitungsberichte - wir machen Druck, bis sich etwas ändert! Der Geschäftsführende Chefredakteur Klaus Herrmann verspricht: „Wir von der ,Krone‘ wissen, dass viele auf uns setzen, und versprechen: Wir bleiben mit unseren Lesern im Rücken dran, bis dieses Tierleid ein Ende findet!“

Thomas Waitz ist Biobauer in der Steiermark und EU-Abgeordneter der Grünen und stimmte über die Empfehlungen, die bald im EU-Parlament vorliegen sollen, mit ab: „Wir fordern ein neues Tiertransportgesetz mit strengeren Strafen, engeren Kontrollen und besseren Tierschutzbestimmungen. So spricht sich eine Mehrheit im Ausschuss für ein Ende des Transportes von der kleinsten Jungtiere im Alter von unter fünf Wochen und eine Maximaltransportdauer von vier Stunden bei Geflügel, Hasen und ausgedienten Milchkühen aus.“

Eine Stimme fehlte für 8-Stunden-Limit
Der Vorschlag, Tiertransporte generell auf acht Stunden zu limitieren, wurde im Ausschuss mit einer Fehlstimme leider nicht angenommen. „Diese Forderung werden wir bei der Plenumsabstimmung im Jänner hoffentlich durchkämpfen können“, so Waitz.

Laut der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ sind die Empfehlungen im Bericht aber unzureichend. Pierre Sultana, Direktor des European Policy Office (EPO) der NGO, sagt: „Was wir zusätzlich brauchen, ist ein Verbot von Lebendtierexporten und aller Transporte auf dem Seeweg, sowie eine Begrenzung aller Tiertransporte auf acht Stunden. Die EU muss außerdem artspezifische Anforderungen an die Transportdauer und an Temperaturen, bei denen nicht mehr transportiert werden darf, einführen. Darüber hinaus fordern wir ein generelles Transport-Verbot von nicht entwöhnten Kälbern über fünf Wochen hinaus.“

Zeigen Sie Haltung beim Einkauf!
Ein Dschungel an Produkten wartet in unseren Supermärkten auf Konsumenten. Nehmen Sie sich Zeit für einen bewussten Einkauf, denn mit jedem Griff ins Regal entscheiden Sie über Tierwohl! "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner weiß: "Wir müssen unsere Lebensmittelversorgung dringend auf eine regionale und nachhaltige Produktionskette umstellen. Es liegt noch viel im Argen, aber ein Anfang wurde gemacht. Es ist gut, dass Menschen wie Thomas Waitz in Brüssel aktiv gegen diese sinnlose, absurde, grausame Tierquälerei vorgehen! Die Unterstützung der ‘Krone‘-Familie ist ihm dabei sicher.“

 Tierecke
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Dienstag, 18. Jänner 2022
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