Di, 21. August 2018

Comeback im Team

27.09.2011 14:50

Andreas Ivanschitz: "Ich freue mich auf eine neue Chance"

Andreas Ivanschitz hat mit großer Zufriedenheit auf sein bevorstehendes Comeback in der österreichischen Nationalmannschaft reagiert. "Ich freue mich auf eine neue Chance. Ich bin sehr froh darüber, dass mir Willi Ruttensteiner das Vertrauen schenkt und mir die Möglichkeit gibt, mich wieder im Nationalteam zu präsentieren", meinte Ivanschitz am Dienstag, nachdem der Interims-Teamchef bekannt gegeben hatte, den Mainz-Legionär für die letzten beiden EM-Quali-Spiele ins Team zurückzuholen - "weil er unter den besten 23 Spielern in Österreich ist".

"Für mich ist damit eine lange Phase der Abwesenheit vorüber, die alles andere als leicht war", so Ivanschitz. Seit seinem bisher letzten Auftritt im ÖFB-Trikot am 11. Februar 2009 beim 0:2 in Graz gegen Schweden unter Karel Brückner sind 23 Länderspiele vergangen. "Aber jetzt ist es Zeit, damit abzuschließen. Ich möchte mein Comeback angehen, ohne an die Vergangenheit zu denken", betonte der Mittelfeldspieler. Auf öffentliche Vorwürfe gegen Ex-Teamchef Dietmar Constantini verzichtete er.

Ruttensteiner: "Es gibt keinen Freibrief"
"Für mich ist Ivanschitz unter den 23 besten Spielern Österreich", hatte Ruttensteiner zuvor die Nominierung des bei Constantini in Ungnade gefallenen Burgenländers gerechtfertigt: "Aber es gibt absolut keinen Freibrief. Ob er spielt oder nicht, entscheidet einzig und allein das Trainerteam."

Das persönliche Gespräch zwischen Ruttensteiner und Ivanschitz sei jedenfalls sehr positiv verlaufen. "Ivanschitz hat klar Bereitschaft signalisiert, für Österreich zu spielen, und absolut keine Forderungen gestellt." Das sei bei Martin Stranzl, mit dem es ebenso ein Gespräch gab wie mit Bologna-Legionär Gyuri Garics, "nicht so gewesen". Daher verzichtet Ruttensteiner vorerst darauf, den Gladbach-Legionär zurückzuholen, schließt ein Comeback allerdings nicht kategorisch aus.

"Team mit großem Potenzial"
Ivanschitz tritt dagegen am Samstag mit Mainz in Nürnberg an, am Sonntagabend kommt es dann in Bad Tatzmannsdorf zum Wiedersehen mit den Nationalteam-Kollegen. "Ich freue mich auf den Neustart und auch auf die Mannschaft, in der viele Spieler eine tolle Entwicklung gemacht haben. Ich bin überzeugt, dass dieses Team mit seinem großen Potenzial auch sehr schnell etwas erreichen kann. Ich gehe an die Sache mit einem sehr positiven Gefühl heran und sehe es als große sportliche Herausforderung, wieder Teil der Nationalmannschaft zu sein und eine erfolgreiche Zukunft mitgestalten zu dürfen", sagte Ivanschitz.

Integrationssorgen nach seiner über zweieinhalbjährigen Abwesenheit macht sich der Regisseur nicht. "Ich sehe das entspannt, es wird keine lauten Töne geben und ich werde nichts fordern. Alles, was für mich zählt, ist, dass ich mich in den Dienst der Mannschaft stellen und Vollgas geben will", sagte Ivanschitz und ergänzte: "Ich denke, dass ich dem Team mit der Erfahrung meiner 49 Länderspiele und besonders der letzten beiden Jahre in der deutschen Bundesliga helfen kann."

Hosiner vor Debüt
Im Gegensatz zu Ivanschitz steht Admira-Stürmer Philipp Hosiner zum aller ersten Mal im Teamkader. "Leistung in der Bundesliga wird honoriert. Daher steht er genauso wie der Rapidler Christopher Trimmel im Kader", erklärte Ruttensteiner. Assitent Manfred Zsak ergänzte: "Hosiner hat seine Qualitäten in letzter Zeit unter Beweis gestellt."

Auch Robert Almer steht im Kader – der 27-Jährige profitierte von der Personalnot in Sachen Torhütern. Er ist im Team die Nummer zwei hinter Pascal Grünwald, zur Nummer drei avancierte überraschend zum ersten Mal Wiener Neustadts Talent Jörg Siebenhandl. "Seine letzten Auftritte waren absolut in Ordnung. Daher erhält er auch seine Chance", begründete Tormanntrainer Franz Wohlfahrt die Entscheidung.

Dibon und Royer im U21-Team
Nicht nominiert wurden diesmal Admira-Verteidiger Christopher Dibon und Hannover-Flügelspieler Daniel Royer, die Andreas Herzog für die U21-EM-Qualifikation am 6. Oktober in Innsbruck gegen die Niederlande und vier Tage später in Paisley gegen Schottland zur Verfügung gestellt werden.

"Fitness-Guru" Spry kehrt zurück
Ruttensteiner erklärte bei der Pressekonferenz am Dienstag, "auf der Basis, die Constantini geschaffen hat", weiterarbeiten zu wollen. "Ich möchte Constantini für seine gute Arbeit danken", sagte Ruttensteiner, der aber freilich im Vergleich zum Ex-Teamchef vieles anders macht - zum Beispiel "Fitness-Guru" Roger Spry zurückholt.

"Für mich ist er einfach einer der besten Fitness-Trainer auf der Welt, deswegen hole ich ihn zurück." Ein weiterer Paradigmenwechsel: "Ich möchte die Kommunikation unter den Spielern verbessern. Auch in den Bereichen Technik und Taktik sollten wir versuchen, optimal zu arbeiten. Das will ich mit meinem Trainerteam tun."

Lars Lagerbäck neuer Teamchef?
Aber die alles dominierende Frage in Sachen Nationalmannschaft heißt trotz Ivanschitz: Wer wird neuer Teamchef? Ob am Freitag das Direktorium die Entscheidung fällt, bleibt noch ein gut gehütetes Geheimnis. In Schweden wird bereits Lars Lagerbäck als neuer Trainer Österreichs gefeiert. Wahr ist, dass ÖFB-Präsident Leo Windtner am Montag den 63-Jährigen, der von 2000 bis 2009 in der Heimat Teamchef war, in Oberösterreich traf. Setzt sich der Außenseiter durch?

Ruttensteiner schweigt und rügt Scharner
Ruttensteiner war diesbezüglich am Dienstag jedenfalls nichts zu entlocken: "Heute geht es nur um die Kaderbekanntgabe, zur Teamchef-Frage kann ich nichts sagen." Nur eines versicherte er: Einen Spielertrainer Paul Scharner, der wieder im Kader steht, wird es nicht geben. "Paul Scharner ist ein Spieler, dem es nur um den Erfolg der Nationalmannschaft geht. Aber ich habe ihm in einem persönlichen Gespräch sehr klar gesagt, dass solche Aussagen, in denen er sich als Spielertrainer bewirbt, in Österreich nichts bringen."

ÖFB-Kader für die letzten EM-Quali-Spiele:
Tor: Robert Almer (Fortuna Düsseldorf/0 Länderspiele), Pascal Grünwald (Austria/1), Jörg Siebenhandl (Wiener Neustadt/0)

Abwehr: Ekrem Dag (Besiktas Istanbul/8), Aleksandar Dragovic (Basel/12), Christian Fuchs (Schalke/44/1 Tor), Florian Klein (Austria/10), Manuel Ortlechner (Austria/7), Emanuel Pogatetz (Hannover/46/2), Sebastian Prödl (Werder Bremen/29/3), Franz Schiemer (Salzburg/21/4)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern München/13), Julian Baumgartlinger (Mainz/16), Martin Harnik (Stuttgart/27/6), Andreas Ivanschitz (Mainz/49/7), Jakob Jantscher (Salzburg/9/1), Zlatko Junuzovic (Austria/14), Paul Scharner (West Bromwich/36), Christopher Trimmel (Rapid/3)

Angriff: Marko Arnautovic (Werder Bremen/13/5), Philipp Hosiner (Admira/0), Marc Janko (Twente Enschede/21/7), Stefan Maierhofer (Salzburg/18/1)

Auf Abruf: Heinz Lindner (Austria/0) - Christopher Dibon (Admira/1/1), Markus Suttner (Austria/0), Stefan Kulovits (Rapid/4), Veli Kavlak (Besiktas Istanbul/13), Manuel Weber (Sturm Graz/1), Daniel Royer (Hannover/5), Erwin Hoffer (Eintracht Frankfurt/27/4), Roland Linz (Austria/39/8)

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