Turbulenzen in der Autoindustrie und steigende Kosten bringen Polytec enorm unter Druck. Um Energie zu sparen, setzt der Kunststoffverarbeiter aus Hörsching auch radikale Schritte. Zugleich wird aus den stürmischen Zeiten der Vergangenheit Mut geschöpft.
Stark schwankende Bestellmengen, immer wieder kurzfristige Stornierungen - die Turbulenzen in der Autoindustrie wirken sich direkt auf die Zulieferindustrie aus. Druck, mit dem auch die Polytec umgehen muss - und der sich in den Zahlen niederschlägt: Zum Halbjahr befand sich der Kunststoffverarbeiter nur noch knapp in der Gewinnzone. „Es ist eine deutliche Belastung, aber die Überlebensbasis ist gegeben“, sagt Vorstandschef Markus Huemer, der 2019 seinem Vater an der Unternehmensspitze gefolgt war.
Seither reißen die Turbulenzen nicht ab: Corona, gerissene Lieferketten, steigende Kosten, wechselnde Bestellmengen. „Es gibt keine Planbarkeit“, sagt Huemer. Wöchentlich werden in den Werken neue Produktionspläne gemacht. „Das Hin und Her macht enorme Probleme“, sagt Technikvorstand Heiko Gabbert. Hinzu kommen die Sorgen um die Energie. Gas wird etwa zur Trocknung beim Lackieren benötigt.
Was ein Umrüsten auf Öl anbelangt, zögern die Hörschinger - wegen technischer Anforderungen und den Kosten. „Wir haben auch keine Tanks für Öl“, sagt Huemer.
Die einzige derzeit nicht beherrschbare Bedrohung ist der Populismus in der europäischen Politik.
Markus Huemer, Vorstandschef Polytec
„Wir haben‘s immer geschafft“
Seit zwei Monaten gibt’s an jedem Standort ein eigenes Energiesparprogramm - manchmal werden deshalb Werke für einzelne Tage komplett stillgelegt, um das Sparpotenzial zu erhöhen. „Polytec ist schon durch viele Krisen gegangen. Wir haben’s immer geschafft“, sagt Huemer, dem die Situation viel abverlangt: „Nicht nervös zu werden, ist das Um und Auf.“










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