Nach Protest-Aufruf

Fünf Tote bei Sturm auf UNO-Sitz im Kongo

Ausland
26.07.2022 14:17

Bei Ausschreitungen im Kongo sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, 50 weitere wurden verletzt. Demonstranten hatten am Montag das Gebäude der UNO-Mission gestürmt, woraufhin Sicherheitskräfte mit Tränengas reagierten und Schüsse abfeuerten.

Laut Augenzeugen sind die Protestierenden mit Gewalt in das Gebäude in der Stadt Goma eingedrungen und haben dabei Mobiliar zerstört oder gestohlen. Daraufhin wurden Tränengas und Schusswaffen eingesetzt, mindestens fünf Tote und etwa 50 Verletzte waren die Folge der Ausschreitungen. Die Armee und die Polizei sollen laut einem Augenzeugen nicht geschossen haben, vielmehr habe es sich um die UNO-Friedenstruppen selbst gehandelt. Die Angreifer seien Kriminelle, die den Protest gegen die Präsenz der UNO-Blauhelme im Kongo für ihre Zwecke genutzt hätten, sagte die Polizei der Provinz Nord-Kivu. 

Ausschreitungen im Kongo (Bild: kameraone)
Ausschreitungen im Kongo
UNO-Panzer (Bild: AFP)
UNO-Panzer

Zu wenig Gewaltschutz
Vor dem Vorfall hatten zivilgesellschaftliche Organisationen und die Partei von Präsident Felix Tshisekedi zur Demonstration aufgerufen, nachdem der kongolesische Senatspräsident Modeste Bahati die UNO-MIssion Monusco aufgefordert hatte, den Kongo zu verlassen. Die Äußerung von Bahati fiel Mitte Juli. Die Demonstranten werfen der UNO vor, die Zivilbevölkerung nicht ausreichend vor Gewalt zu schützen. Laut US-Angaben sind in dem Land mit ungefähr 90 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen etwa 130 bewaffnete Gruppen aktiv. Oft geht es darum, wer die wertvollen Bodenschätze im afrikanischen Land kontrolliert. Dazu zählen Kupfer, Kobalt, Gold und Diamanten. Zudem gibt es Angriffe von Kämpfern, die dem Islamischen Staat nahestehen. 

UNO seit mehr als 20 Jahren im Kongo
Die UNO-Stabilisierungsmission ist seit mehr als 20 Jahren im Nordosten des Kongo stationiert. Am Dienstag dauerten die Proteste bereits den zweiten Tag in Folge an. Tausende Menschen haben das afrikanische Land aufgrund der immer wieder aufflammenden Kämpfe bereits verlassen.

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