Mehrstündiger Einsatz

Stadtautobahn-Baustellen-Besetzung wurde geräumt

Klima & Umwelt
25.05.2022 11:58

Erneut hatten Mittwochfrüh Aktivisten in Wien eine Baustelle der umstrittenen Stadtautobahn besetzt. Laut der Bewegung beteiligten sich daran Dutzende Teilnehmer. Gegen 9.30 Uhr begann die Polizei mit der Räumung, die dann am Nachmittag abgeschlossen war. Insgesamt gab es 95 Festnahmen. Erst im Februar war ein auf dem Areal angesiedeltes Protest-Camp von der Exekutive geräumt worden.

Die Wiener Polizei rückte mit mehreren Fahrzeugen zum Ort des Geschehens aus. Die nicht angezeigte Versammlung wurde in der Folge aufgelöst. Auf Twitter kündigten die Aktivisten am Vormittag an, bleiben zu wollen. Die Blockade blieb nicht lange ohne Reaktion, im Zuge eines mehrstündigen Polizeieinsatzes wurde die Baustelle bis zum frühen Nachmittag geräumt.

Räumung teils per Kran
Gegen 9.30 Uhr begann die Polizei - mit Unterstützung der WEGA und teils auch einem Kran - mit der Räumung des Areals, erste Aktivisten wurden von den Beamten weggetragen. Zuvor waren Aufforderungen, die Baustelle zu verlassen, erfolglos geblieben.

(Bild: Andi Schiel, Krone KREATIV)

„Wir tragen jeden Einzelnen mit der gebotenen Vorgehensweise weg“, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich der APA. Vereinzelt wurden Aktivisten von einem besetzten Baufahrzeug geholt, später folgten die ebenfalls besetzten Baucontainer. Überdies waren Menschen angekettet.

Laut Auskunft von Polizeisprecher Dittrich befanden sich 60 Personen wegen Identitätsfeststellungen in einem Polizei-Anhaltezentrum.

Widersprüche um Tumulte an Bauzaun
Laut Dittrich hatte es am Rande des Areals etwas Tumult gegeben, als Aktivisten versucht hatten, über einen Bauzaun zu klettern, um auf das Gelände zu kommen. Hier gab es laut Dittrich eine Festnahme wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Anders schilderte Lucia Steinwender, Sprecherin von LobauBleibt, der APA die Situation beim Zaun: „Es wollte niemand über den Zaun. Es hat zwei ziemlich gewaltsame Anhaltungen gegeben. Es war ein Aktivist und eine filmende Person. Die wären gewaltsam zu Boden gebracht worden, es ist ziemlich auf sie eingeschlagen worden.“ Davon gebe es auch Videos.

Pyrotechnik, Banner
Die Aktivisten waren am frühen Morgen in einem Protestzug vom noch bestehenden Lobau-Camp Richtung Baustelle gestartet. Der Großteil trug rote Regenoveralls. Auf dem Weg wurde bunte Pyrotechnik gezündet, auch wurden Banner in die Höhe gehalten.

Einige Aktivisten waren angekettet
Kurz nach 7 Uhr erreichten die Teilnehmer das Baustellen-Areal und erklommen Transporter sowie Container, wie auch Aufnahmen auf Twitter zeigen. Zudem wurden die mitgebrachten Banner befestigt. „Wir stehen und sitzen, einige sind angekettet, und wir verhindern die Bauarbeiten an der Stadtautobahn“, beschrieb Steinwender der APA die Lage.

Die Aktivisten forderten einen sofortigen Baustopp der Stadtautobahn. „Der Bau der Stadtautobahn soll Fakten für die Lobau-Autobahn schaffen. Kommt die Stadtautobahn, ist auch die Lobau nicht sicher!“, so Lena Schilling, ebenfalls Sprecherin von LobauBleibt, via Aussendung.

Störungen auf Öffi-Linien
Der Polizeieinsatz hatte auch Auswirkungen auf den Öffi-Verkehr in der Gegend. Laut Wiener Linien fuhr die Bim-Linie 26 zu der Zeit nur zwischen Strebersdorf, Edmund-Hawranek-Platz und Josef-Baumann-Gasse. Die Züge wurden des Weiteren über die Linie 25 nach Kagran geführt. Örtliche Umleitungen gab es für die Bus-Linien 85A, 95A und 97A.

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