17.03.2022 09:00 |

Schifffahrt auf Douro

Unterwegs in Porto: Goldener Fluss und roter Wein

Portugal ist mehr als Lissabon und die Algarve. Ein Besuch in der sehenswerten Stadt Porto und eine erholsame Schifffahrt auf dem Douro.

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Die „Douro Spirit“ hat in Vila Nova de Gaia, dem Zentrum der Portweinproduktion am südlichen Ufer des Douro, angelegt und bietet so atemberaubende Blicke: auf das gegenüberliegende Porto und auf den „quergelegten Eiffelturm“ – die zweistöckige Eisenbrücke Ponte Dom Luis I. Diese kann man „unten“ oder „oben“ überqueren, um ins historische Zentrum von Porto zu gelangen, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

„Unten“ bedeutet, dass man auf der anderen Seite steil bergauf wandern muss, um Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale zu erreichen. Am besten nimmt der Besucher die Seilbahn am Gaia-Ufer zum oberen Teil der Brücke, spaziert auf die andere Douro-Seite und steht schon fast vor der Kathedrale und dem Bahnhof São Bento mit seinen typisch portugiesischen Fliesenbildern in Blau-Weiß, den sogenannten Azulejos.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die barocke Kirche Igreja dos Clérigos mit ihrem 75 Meter hohen Turm, der weit sichtbar über allen Dächern thront. Ebenfalls aus dem Barock stammt die Igreja dos Carmelitas Descalços. Sie ist eng mit der benachbarten Igreja do Carmo verbunden. Auf den ersten Blick erkennt man nicht, dass es sich um zwei verschiedene Kirchen handelt. Sie sind nur durch ein ein Meter breites Gebäude voneinander getrennt. Dies war einst eine Trennlinie zwischen den für die Mönche und Nonnen bestimmten Bereichen.

In Porto ist fast jedes Gebäude sehenswert. Viele sind schon renoviert, einige harren noch der Erneuerung – eine perfekte Mischung. Denn wären alle Häuser verfallen, wäre der Anblick wohl deprimierend. Ist alles zu 100 Prozent restauriert, bleibt oft ein Eindruck von Künstlichkeit zurück.

Fast-Food-Restaurant im Art-deco-Stil
Die Stadt hat die schönste Filiale einer US-Fast-Food-Kette. Sie befindet sich in den ehemaligen Räumlichkeiten des berühmten Café Imperial, das in den 1930er-Jahren in der Stadt eröffnet wurde und zu dieser Zeit als Beispiel für die Architektur des Art déco bekannt war. Mit ihrer neogotischen Außenfassade und einer hölzernen Innenausstattung im Jugendstil aus dem Jahre 1906 gilt die Buchhandlung „Livraria Lello“ als eine der attraktivsten Europas. J. K. Rowling soll sich hier zu ihren „Harry Potter“-Büchern inspiriert haben lassen. Als Folge bilden sich vor dem Geschäft noch heute bei jedem Wetter lange Schlangen von potenziellen Besuchern, die übrigens Eintritt zahlen müssen!

Nach der anstrengenden, aber lohnenden Besichtigung von Porto geht’s auf unser schwimmendes Zuhause. Die „Douro Spirit“ fährt unter der eingangs beschriebenen Ponte Dom Luis I. durch und stromaufwärts Richtung spanische Grenze. Der Sonnenschein verwandelt den gemütlich dahinfließenden Douro in einen goldenen Fluss. Am Oberdeck sitzend, lässt man die liebliche Gegend an sich vorüberziehen. Sanfte Hügel, Weinberge, Dörfer. Jeden Tag locken interessante Ausflüge, dazwischen drei köstliche Mahlzeiten und Entspannung pur im Liegestuhl. Die ideale Kombination aus Erlebnis und Erholung.

Zu den Höhepunkten der Fahrt gehören zweifelsohne die Besichtigungen von Weingütern samt Kostproben. Schließlich befinden wir uns im Zentrum des Portwein-Anbaus. Die köstlichsten Tropfen kommen von hier.

Wunderschön ist die alte Bischofsstadt Lamego, über der die Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remedios thront. 700 Stufen führen hinauf zu ihr. Eine beliebte Abwechslung sind die vielen Schleusen, die spektakulärste ist jene von Carrapatelo. Mit einer Höhe von imposanten 35 Metern ist sie die Schleuse mit der zweitgrößten Fallhöhe in Europa.

Ausflug zu Spaniens schönstem Platz
In Barca d’Alva an der spanischen Grenze dreht die „Douro Spirit“ um, um nach Porto zurückzukehren. Zuvor führt eine äußerst empfehlenswerte Exkursion in die quirlige spanische Universitätsstadt Salamanca, seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre Plaza Mayor gilt als der schönste Platz Spaniens. Philipp V., erster spanischer König aus dem französischen Haus Bourbon, machte ihn den Einwohnern 1729 für ihre Loyalität im Erbfolgekrieg zum Geschenk. Bekannt ist auch die Casa de las Conchas (Haus der Muscheln), ein im Plateresco-Stil erbauter Stadtpalast, dessen Fassade mit mehr als 300 Jakobsmuscheln aus goldgelbem Sandstein geschmückt ist. Es gibt zwei Kathedralen, die alte aus dem 12. und die neue aus dem 16. Jahrhundert, die einen gemeinsamen Gebäudekomplex bilden. Der Mix aus jungen, studentischen Bewohnern und historischen Gebäuden sorgt für ein spezielles Flair.

Wieder zurück in Porto fährt unser Schiff vorbei an der Stadt die wenigen Kilometer bis zur Mündung des Douro in den Atlantik. Wir gleiten direkt in den Sonnenuntergang, alle Passagiere stehen an Deck, Handys und Kameras sind gezückt. Es ist ein majestätischer Augenblick. Möge er nie vergehen!

Eva Lehner
Eva Lehner
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