Wohnen ohne Pkw?

Die autofreie Stadt bleibt weiter eine Utopie

Eine neue Wohnung bekommt in Bern (Schweiz) nur noch jemand ohne eigenes Auto. Ein Projekt, das in Wien schwer vorstellbar ist. Oder ist es doch die Zukunft? Die „Krone“ hat bei der Stadt nachgefragt.

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Der eine neue Wohnung haben will, der darf kein Auto mehr haben. Eine Vorschrift eines neuen Wohnprojekts der Stadt Bern sorgt gerade für erhitzte Gemüter. Einer jungen Familie wurde laut dem Nachrichtenportal nau.ch eine städtische Wohnung verwehrt, weil Bewerber mit Auto im Neubau des Berner Wylerfeldquartier nicht berücksichtigt werden.

Die „Krone“ hat dazu bei der zuständigen Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) nachgefragt, ob so etwas auch in Wien denkbar wäre. Die erteilt dem extremen Beispiel eine ganz klare Absage: „Im Mietvertrag festgehaltene Autoverbote sind rechtlich schwer umsetzbar und unmöglich flächendeckend zu überprüfen.“

Zitat Icon

Autoverbote sind rechtlich schwer umsetzbar und unmöglich zu überprüfen.

Kathrin Gaal, Wohnbaustadträtin (SPÖ)

Wiener Bauordnung spricht dagegen
Der strengen Regel steht aber auch die Stellplatzverpflichtung und das Wiener Garagengesetz entgegen. Das sieht nämlich einen Pkw-Stellplatz pro 100 Quadratmeter Wohnfläche vor. Bei jedem Neu- und Zubau. Dass die Hauptstadt der Eidgenossen mit der Donaumetropole aber nur schwer vergleichbar ist, zeigen auch die Einwohnerzahlen. Während in Bern bloß 130.000 Menschen leben, kratzt Wien an der Zwei-Millionen-Marke.

Doch wie gehen andere europäische Städte damit um? In Barcelona sorgen sogenannte Superblocks schon seit 2016 für internationale Aufmerksamkeit. Hier wurden die Straßen sogar zu Wohnzimmern. Nun kommen sie auch zu uns. In Favoriten entsteht gerade ein neues „Supergrätzel“. Das Pilotprojekt entsteht im Bereich der Gudrunstraße, Leebgasse, Quellenstraße und Neilreichgasse und soll hier für mehr Grün, mehr Freiräume und weniger Verkehr sorgen. Die Gegend hat es dringend notwendig.

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