So, 18. November 2018

"Sind keine Chaoten"

24.05.2011 10:46

Rapids Platzstürmer zeigen wenig Reue nach dem Skandal

Das abgebrochene Wiener Derby mit 0:3 strafverifiziert, der finanzielle Schaden groß, der Imageverlust noch nicht abschätzbar: Alle das sind Folgen jener Szenen, welche das Spiel Rapid gegen Austria zu einem der größten Skandale der österreichischen Fußball-Geschichte gemacht haben. Für einige Rapid-Fans stellt sich das aber offensichtlich anders dar: Sie verteidigen den Platzsturm und wollen sich nicht als "hirnlose Chaoten" beschimpfen lassen.

In einer ersten Stellungnahme des Rapid-Fanklubs "Green Lions" werden die unschönen Szenen vom Sonntag mit folgenden Worten gerechtfertigt: "Da uns nun kein anderes Mittel des Protestes mehr blieb, als den Weg auf das Spielfeld zu suchen, ist der folgende Platzsturm und seine Botschaft als solches voll zu unterstützten."

Diese Sichtweise unterstützt auch ein Vertreter eines anderen Fanklubs, der namentlich nicht genannt werden will, im Gespräch mit krone.at: "Wo ist das Problem? Ich verstehe die Aufregung um den Platzsturm nicht. Es ist immerhin unsere Pflicht, als Fans auf Missstände im Verein aufmerksam zu machen, immerhin sind wir Mitglieder, also gehört der Verein auch uns. Und der stille Protest hat nichts geholfen. Also mussten wir die Vereinsverantwortlichen auf eine andere Art und Weise wachrütteln."

Raketenbeschuss "negativer Höhepunkt"
Dass beim Platzsturm auch Feuerwerkskörper in den Sektor der Austria-Fans geschossen wurden, die zu zahlreichen Verletzten geführt haben, erkennen diese Rapid-Fans aber immerhin als Problem. So schreiben etwa die "Green Lions": "Einige Feuerwerkskörper wurden geworfen, und die Polizei rückte sogleich mit einer Menschenkette an. Leuchtstifte und eine Fackel, die im Gästesektor landeten, zerstörten die Diktion eines bloßen Protestes und bleiben als negativer Höhepunkt stehen."

Auch der Fanklubvertreter hat für die Übergriffe wenig Verständnis, sieht die Platzstürmer aber von einer großen Mehrheit der Rapid-Fans gedeckt: "Dass wir Kinder verschreckt haben, tut uns leid. Aber der Platzsturm an sich war richtig. Ich habe auch mit meinen Leuten gesprochen – auch sie finden daran nichts Verwerfliches. Im Übrigen goutieren auch viele vermeintlich gemäßigte Leute von der Nordtribüne diese Aktion. Andy Marek hat für uns wohl noch am meisten Verständnis."

Protest von breiter Mehrheit getragen?
In dasselbe Horn stoßen die "Green Lions", die den "Protest" von einer großen Mehrheit getragen sehen: "Den Unmut auf einige wenige Chaoten zu reduzieren, wäre präpotent und trifft den Kern der Stimmung nicht. Rapid hat es in den letzten elf Saisonen sechs Mal nicht geschafft, unter die ersten Drei zu kommen. Temporäre Höhenflüge haben diese Bilanz kaschiert. Am Ende eines solchen kurzen Hochs, an dem wir uns jetzt befinden, gilt es zu überlegen, in welche Richtung es weitergehen soll."

Eine Lösung für die beklagte sportliche Misere hat der Fanklub dabei auch parat, wobei es dabei nicht den Platzstürmern, sondern dem Rapid-Vorstand an den Kragen gehen sollte: "Der bloße Tausch der Verantwortlichen im sportlichen Bereich löst keine Probleme, die Erfahrung zeigt, dass Management und Klubführung versagt haben. Dass sich diese nun in der Öffentlichkeit als größte Kritiker des Platzsturms profilieren, zeigt nur deren Unsicherheit und kann als reiner Selbstschutz gewertet werden. Nicht eine radikale Änderung in der Fanpolitik löst unsere Probleme (volle Stadien, tolle Stimmung, geile Intros - wer ist verantwortlich?) sondern eine neue Vereinsstrategie mit Experten statt Dilettanten ist die Lösung unserer Probleme. KUHN RAUS - VORSTAND RAUS - WIR SIND RAPID UND KEINE HIRNLOSEN CHAOTEN!"

Bisher 40 Anzeigen erstattet
Die Auswertung der Videoaufnahmen der Ausschreitungen im Gerhard-Hanappi-Stadion läuft indes auf Hochtouren. Bisher hat die Polizei rund 40 Anzeigen erstattet, bestätigte deren Sprecher Johann Golob am Dienstag. Ein Teil dieser Anzeigen betreffe bisher aber unbekannte Täter. Sechs Personen wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt. Eine weitere Anzeige betreffe eine schwere Körperverletzung: Eine Polizistin trug von einem bengalischen Feuer Brandverletzungen davon.

Ein Steinewerfer, der ein Fenster des Mannschaftsbusses der Austria zerstört hatte, wurde wegen Sachbeschädigung angezeigt. Der Verdächtige ist namentlich bekannt. Auch ein Funkwagen wurde Golob zufolge beschädigt. Darüber hinaus gab es bisher 25 Verwaltungsanzeigen, einerseits nach der Stadionordnung, andererseits nach dem Wiener Landessicherheitsgesetz.

Ausweitung der Anzeigen wird überprüft
"Im Raum steht auch eine Anzeige wegen Verdachts des Landfriedensbruchs, aber hier muss noch die wissentliche Verabredung abgeklärt werden", sagte Golob. Im Strafgesetzbuch heißt es unter Paragraf 274: "Wer wissentlich an einer Zusammenrottung einer Menschenmenge teilnimmt, die darauf abzielt, dass unter ihrem Einfluss ein Mord (§ 75), ein Totschlag (§ 76), eine Körperverletzung (§§ 83 bis 87) oder eine schwere Sachbeschädigung (§ 126) begangen werde, ist, wenn es zu einer solchen Gewalttat gekommen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen."

Golob bestätigte zudem, dass unter den Platzstürmern auch Fans aus Griechenland und Deutschland dabei waren. Die Rapid Ultras pflegen Fanfreundschaften unter anderem mit den Ultras des FC Nürnberg und mit dem Fanklub "Gate 13" von Panathinaikos Athen. Meldungen, dass auch italienische Randalierer dabei waren, konnte Golob nicht offiziell bestätigen. Naheliegend wäre es, besteht doch auch mit den Ultras von Venezia Mestre enger Kontakt.

Edlinger fordert bundesweites Stadionverbot
Rapid-Präsident Rudolf Edlinger sprach sich am Montagabend hingegen wiederholt für ein hartes Vorgehen gegen die Krawallmacher aus und kündigte für alle Platzstürmer ein Stadionverbot auf Lebenszeit an. In Kooperation mit den anderen Bundesligisten will Rapid seine Problem-Fans zukünftig aber auch bei Auswärtsspielen von den Stadien fernhalten. "Hier treten die Hausrechte der einzelnen Vereine in Kraft, aber wir werden die Gespräche suchen, weil wir wirklich der Meinung sind, dass Personen, die hier ihrer Frustration, wodurch sie auch immer entsteht, freien Lauf lassen, nichts zu suchen haben", meinte der Kub-Boss auf der Vereinshomepage.

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