Di, 11. Dezember 2018

20% sparsamer

13.05.2011 13:10

Renault bringt Diesel-Motor mit Formel-1-Technik

Renault hat einen brandneuen sparsamen Dieselmotor präsentiert, in den man 230 Millionen Euro und eine Menge Knowhow aus der Formel 1 investiert hat. Der 1,6-Liter-Selbstzünder namens Energy dCi 130 ist 20 Prozent sparsamer, 50 Prozent leiser sowie 0,3 Liter kleiner als der Vorgänger – und ist Renaults erster Motor mit Start-Stopp-System.

"Der 16-Ventiler kommt ohne Auslassventile aus" und "Thermomanagement bedeutet, dass das Kühlwasser erst in den Motor geleitet wird, wenn er warmgelaufen ist". Diese sinngemäßen Wiedergaben der Simultandolmetscherin während der Pressekonferenz am Testgelände von Mortefontaine sind nicht für bare Münze zu nehmen (sorgten aber für Erheiterung unter den versammelten Journalisten). Tatsächlich hat es der Motor jedoch verdient, in seinen technischen Details ernsthaft verstanden zu werden.

Top-Werte in Sachen Sparsamkeit
Im Renault Scénic und Grand Scénic ermöglicht der 1,6-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS Leistung einen kombinierten Verbrauch von lediglich 4,4 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer (CO2 115 g/km). Damit taugt die Reichweite von theoretisch 1.363 km auch für lange Reisen ohne zu tanken. Renault spricht bei den beiden Kompaktvans von den "verbrauchsgünstigsten Modellen ihres Segments". Der Vorgänger-Motor mit 1,9 Liter Hubraum und gleicher Leistung schluckte noch 5,5 Liter.

Im ersten Fahreindruck im Scénic, der ab Juni erhältlich ist, überzeugte das neue Triebwerk mit gleichmäßigem Drehmomentaufbau schon aus relativ geringen Drehzahlen. Das maximale Drehmoment beträgt 320 Nm und liegt schon bei 1.750/min. an. Laut Datenblatt schafft der Scénic den Sprint von 0 auf 100 km/h in 10,3 Sekunden (Grand Scénic 10,5, Siebensitzer 11,1), das Höchsttempo beträgt 195 km/h. Auffallend war auch die Zurückhaltung in Sachen Geräuschentwicklung.

So viel Formel-1-Technik steckt drin
Der Manager des Designbüros für den dCi 130, Philippe Coblence, arbeitete zu Beginn der 1990er-Jahre selbst an Formel 1-Motoren, und jetzt arbeiteten die Entwickler eng mit dem Formel-1-Motorenzentrum in Viry-Châtillon zusammen. Das Formel 1-Know-how zeigt sich beim quadratischen Bohrung-Hub-Verhältnis, beim quer durchströmten Zylinderkopf und bei der geringen inneren Reibung.

  • "Quadratische" Architektur für gute Brennraumfüllung
    Diese Architektur (Bohrung x 80 x 79,5 mm) ermöglicht große Ventildurchmesser und damit eine gute Füllung des Brennraums – günstig für hohe Leistung. Diese Auslegung ist in der Formel 1, wo es in erster Linie um Leistung geht, vertraut, wird aber selten für Dieselmotoren in der Großserie eingesetzt.
  • Quer durchströmter Zylinderkopf für effiziente Kühlung
    Diese Kühltechnik, gängige Praxis in der Formel 1, ist durch einen doppelten Wassermantel für den Zylinderkopf gekennzeichnet. Die Zylinder werden nicht der Reihe nach vom Kühlwasser angeströmt, sondern alle gleichzeitig. Dadurch ist die Kühlung effektiver und der Einbau einer kleineren Wasserpumpe mit geringerem Leistungsbedarf wird möglich.
  • Verringerung der inneren Reibung nach Formel 1-Vorbild
    An den Kolben des neuen dCi-130-Motors werden reibungsarme Ölabstreifringe in UFLEX-Technologie verbaut, wie sie seit mehr als zehn Jahren in der Formel 1 verwendet werden. Philippe Coblence: "Das Prinzip ist vergleichbar mit einem Dreifach-Klingen-Rasierer. Es passt sich natürlich an die Kontur der Oberfläche an, ohne einen hohen Druck auf die Zylinderwand auszuüben."

Weitere Effizienzmaßnahmen sind eine variable Luftdrall-Steuerung im Zylinder, eine variable Ölpumpe, Niederdruck-Abgasrückführung, überhaupt das Downsizing und Rekuperation.

Aufklärung der schrägen Übersetzung
Natürlich hat der 16-Ventil-Motor Auslassventile (zwei pro Zylinder) und natürlich befindet sich auch beim Kaltstart Kühlflüssigkeit im Motor. Das bei Renault neu eingeführte Thermomanagement bedeutet, dass die Wasserpumpe erst ab einer gewissen Motortemperatur in Betrieb geht und das Kühlwasser praktisch steht, bis es warm ist. So lange wird das übrige Kühlwasser durch eine elektrische Zusatzheizung erwärmt, damit im Innenraum die Heizung funktioniert. Der Thermostat wird durch das neue System nicht ersetzt.

Mit dem komfortablen Renault-Doppelkupplungsgetriebe (EDC) kann der Neue wegen seines kräftigen Drehmoments übrigens nicht kombiniert werden, daran wird jedoch gearbeitet.

Ab Juni ist der neue Energy-dCi-130-Motor erhältlich, bis Ende Juni zum Preis der 110-PS-Maschine.

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