28.01.2022 13:51 |

„Wahrheit komplexer“

Corona: Papst beklagt „Verzerrung der Realität“

Der Vatikan beschäftigt sich derzeit mit der Falschaussage von Ex-Papst Benedikt XVI. beim Missbrauchsgutachten, doch auch die Corona-Krise ist nach wie vor ein dominantes Thema im Zwergstaat. Franziskus, derzeit katholisches Kirchenoberhaupt, beklagte nun die unbändige Menge an Fehlinformationen rund um Covid-Impfstoffe und deren rasche Verbreitung. Es habe sich eine „Infodemie“ ausgebreitet, eine „auf Angst fußende Verzerrung der Realität“. Man dürfe keine „Gräben ausheben“ oder „Ghettos schaffen“.

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Diese führe in der globalen Gesellschaft zu einer Explosion von Kommentaren rund um gefälschte oder gar erfundene Nachrichten, berichtet Kathpress. Franziskus sieht es als Menschenrecht, richtig informiert zu werden und „Hilfe zu erhalten, um Situationen auf der Grundlage von wissenschaftlichen Daten und nicht von Fake News zu verstehen“. Dies gelte vor allem für die Schwächsten und am meisten Gefährdeten.

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Die Wahrheit ist immer komplexer, als wir denken, und wir müssen Zweifel, Bedenken und Fragen respektieren und versuchen, diese zu begleiten, ohne sie einfach zu verwerfen.

Papst Franziskus

„Brücken bauen, Frieden fördern und nach Wahrheit suchen“
Er mahnte zugleich, den Einzelnen bei der Aufklärung nicht aus dem Blick zu verlieren. „Ein christlicher Kommunikator muss einen evangelisierenden Stil haben, Brücken bauen, Frieden fördern und vor allem nach Wahrheit suchen“, so der Papst. Der Ansatz dürfe daher nie überheblich oder vereinfachend sein. „Die Wahrheit ist immer komplexer, als wir denken, und wir müssen Zweifel, Bedenken und Fragen respektieren und versuchen, diese zu begleiten, ohne sie einfach zu verwerfen.“ Die Wahrheit betrachte das Leben als Ganzes.

„Keine Gräben ausheben“
Es gelte, dazu beizutragen, korrekte und wahrheitsgemäße Informationen zu verbreiten, „ohne Gräben auszuheben oder Ghettos zu schaffen“, betonte Franziskus. Schließlich müssten überhaupt erst alle Zugang zu Impfstoffen erhalten. Und auch dies dürfte nicht in Form von „mitleidigen Almosen“ geschehen, sondern mit Würde.

Der 85-Jährige lobte den Zusammenschluss „Catholic Factchecking“, der sich zum Ziel gesetzt habe, unvollständige oder irreführende Informationen überImpfstoffe zu entlarven. Zusammenarbeit sei entscheidend, nicht nur im Bereich von Information.

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