19.01.2022 17:55 |

Der schwere Weg zurück

Long-Covid-Patient: „Stechen und Brennen in Lunge“

40 Prozent der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, weisen einer Studie der Universitätsmedizin Mainz zufolge sechs Monate nach der Infektion Long-Covid-artige Symptome auf. Viele Patienten finden nur schwer in den gewohnten Alltag zurück. „Bei extremer Belastung meines Körpers habe ich Sauerstoffsättigungsverlust für die Muskulatur. Beim Treppensteigen bekomme ich nach zwei Stockwerken keine Luft und habe ein Stechen und Brennen in der Lunge“, berichtet Herbert Brenner im Interview mit Puls 24 über seine Corona-Erkrankung und die Long-Covid-Diagnose (siehe Video oben).

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Vor der Erkrankung sei er ein fitter Mensch gewesen. „Ich war kein Hochleistungssportler, aber meinen normalen Tagesablauf habe ich körperlich gut bewältigt.“ Er sei in einer großen Firma in Österreich beschäftigt und habe den Weg vom Keller in den zweiten Stock bis zu 20 Mal am Tag zu Fuß bewältigt. „Das ist alles kein Problem gewesen. Seit dieser Krankheit habe ich in der Lunge diese Einschränkungen.“

Am 18. September des Vorjahres wurde bei ihm eine Coronavirus-Infektion festgestellt. Nach einem einwöchigen Aufenthalt zu Hause wurde die Situation immer schlechter. „Ich hatte nicht mehr die Kraft, mich selbst im eigenen Haushalt zu versorgen und bin mit der Rettung ins Spital eingeliefert worden.“

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Ich hatte nicht mehr die Kraft, mich selbst im eigenen Haushalt zu versorgen und bin mit der Rettung ins Spital eingeliefert worden.

Long-Covid-Patient Herbert Brenner

Sieben Tage lang auf Intensivstation
Dort hatte sich auf der Normalstation die Situation binnen vier Stunden noch einmal wesentlich verschlechtert, woraufhin er auf die Intensivstation verlegt werden musste. Dort war er sieben Tage lang. „Nur das normale Aufsitzen war so anstrengend, dass ich mich auf den Bauch legen und tief ein- und ausatmen musste. Erst nach zwei Stunden erholte sich der Körper langsam.“ Die Mediziner hätten ihm das Leben gerettet, so Brenner.

Bis Mitte Dezember musste er ein Sauerstoffgerät mit sich tragen. „Seit Mitte Dezember geht es ohne, aber nur im Ruhezustand. Sobald der Körper auf Belastung kommt, ist es leider vorbei.“ 

Großes Ziel für den Sommer
Noch heute fällt es ihm schwer, über die Zeit auf der Intensivstation zu reden. „Es war ein sehr schwerer Einschnitt in meinem Leben. Ich bin seit dem 25. September total außer Gefecht, ich kann mich nicht richtig konzentrieren, allein das Wäscheaufhängen ist schwer. Ich kann meinen gewohnten Tagesablauf nicht so bewältigen, wie ich es gewohnt war.“ Dennoch habe er bereits einen großen Traum: „Ich möchte heuer im Sommer wieder Motorrad fahren.“

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