15.01.2022 10:14 |

Schlief in Schlafsack

Ungeimpfter Sizilianer darf auf Insel zurück

Ein Gericht in der süditalienischen Stadt Reggio Calabria hat dem Einspruch eines Handelsvertreters stattgegeben, der seit Tagen am Kai in Kalabrien darauf wartete, mit der Fähre zurück zu seinem Heimatort auf Sizilien reisen zu können. Da der Sizilianer nicht geimpft ist, durfte er seit vergangenem Montag nicht in die Fähre zur Insel einsteigen.

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Seit Montag schlief der 43-Jährige trotz niedriger Temperaturen in einem Schlafsack unweit des Kais, weil er ohne den Grünen Pass, der Geimpften, oder Genesenen ausgestellt wird, nicht in einem Hotel übernachten konnte. In den letzten Tagen hatte er Unterkunft bei einer Familie gefunden.

Zuerst Corona-Test
Am Freitagnachmittag beschloss ein Gericht in Reggio Calabria, dass der Handelsvertreter das Recht habe, in die Fähre einzusteigen, um nach Sizilien zurückzukehren. Der Mann musste sich jedoch einem Corona-Test unterziehen. „Ich bin froh, dass der Grundsatz, dass es nicht komplizierter sein darf, von und nach Sizilien zu fahren als anderswo, wieder eingeführt wird. Es darf für uns Sizilianer keine Unterschiede geben“, kommentierte der Mann den Gerichtsbeschluss.

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Es darf für uns Sizilianer keine Unterschiede geben.

so der Sizilianer vor Gericht

Zuspruch aus Venedig
Der Fall gilt als Sieg für die Bewohner von Inseln, die sich gegen die seit dem 10. Jänner geltende 2G-Pflicht wehren, um an Bord von öffentlichen Verkehrsmitteln zu gehen, darunter Fähren, die Inseln mit dem italienischen Festland verbinden. Dem Protest schloss sich auch der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, an.

Der Protest hatte zum Teil Erfolg. Das Gesundheits- und das Verkehrsministerium beschlossen, dass für die Bewohner kleinerer Insel, die aus gesundheitlichen Gründen, oder um die Schule oder die Universität zu besuchen, aufs Festland müssen, bis zum 10. Februar die 3G-Pflicht gilt. Beschlossen wurde außerdem, dass an Bord von Schulbussen keine 3G-Pflicht gilt.

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