10.01.2022 10:13 |

Durch den Winter

Eiger, Mönch, Jungfrau: Aktivurlaub in der Schweiz

Eine Region, zwei Perspektiven: exzellenter Pulverschnee am Berg und die Magie des spiegelglatten Sees. Aktivurlaub in der Schweiz mit Aussicht auf Eiger, Mönch & Jungfrau.

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Entschlossen sticht mein Paddel zum ersten Mal in das glitzernde Nass. Das Kajak gleitet vorwärts. Vor mir liegt der Brienzersee in der Schweiz: 14 Kilometer lang, rund drei Kilometer breit und 260 Meter tief. Im Grunde noch alles nicht so außergewöhnlich, wenn die Außentemperatur nicht frische drei Grad betragen würde. Dick eingepackt sitze ich wie ein gelbes Michelin-Männchen in einem Trockenanzug im Sportgerät.

Die ersten Reaktionen vor Antritt meiner Reise waren erwartbar: „Kajaken im Winter? Ist das nicht viel zu kalt?“ Das dachte ich auch, riskierte dennoch gewissermaßen den „Sprung ins kalte Wasser“. Und: Kalt wurde mir nicht! Ein spezieller Anzug, dicke Wollsocken, wasserdichte Neopren-Handschuhe und Füßlinge sowie die eigene Thermounterwäsche bieten optimalen Schutz für den Körper. Die Wärme kommt bei stetiger Bewegung von innen. Kajakfahren ist ein Ganzkörpertraining. Die Beine sind gestreckt, die Knie an die Seiten gedrückt. Das gibt Stabilität. Die Kraft kommt aus den Bauchmuskeln. Beim Paddeln arbeiten Arme, Schultern und Rumpf gleichzeitig. Und natürlich der Kopf: links, rechts, links, rechts.

Eingebettet zwischen zwei Bergketten bietet der Brienzersee ein außergewöhnliches Naturerlebnis. Denn seine Ufer sind größtenteils unverbaut. Es ist eine mystische Stimmung am Wasser. Lediglich ein paar tieffliegende Vögel durchbrechen die Stille mit ihren Rufen. Wenn man nahe den senkrecht abfallenden Klippen von Ringgenberg paddelt, hat man fast das Gefühl zu schweben. Selbst mit einer Gruppe spürt man im Winter die Stille des Sees, denn jeder für sich bedient das Paddel gedankenversunken und bewegt sich Zug um Zug, fast lautlos an der Wasseroberfläche vorwärts. Nach einer Weile fühlt es sich an, als wäre das Kajak ein neuer praktischer Körperteil von mir, der kooperiert und genau das macht, was mein Kopf will. Ein kurzer Landgang mit Teepause ist in der Tour inbegriffen. Belebt von der kühlen, klaren Winterluft und mit unvergesslichen Erinnerungen, parke ich das Kajak nach zwei Stunden wieder am Ufer vom Strandbad Bönigen bei Interlaken.

Von dort geht es auch direkt weiter auf die Piste. Denn in nur einer Stunde erreicht man stressfrei von Interlaken aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Jungfrau Ski Region. Also drei Skigebiete mit über 200 Pistenkilometern. Grindelwald-First, Wengen und Mürren-Schilthorn im Herzen des Berner Oberlandes bieten Wintersportlern neben Spaß und Action bei allen Aktivitäten eine Traumkulisse mit Blick auf das berühmte Dreigestirn von Eiger, Mönch und Jungfrau.

Mit einem Holzfahrrad auf Kufen zum WM-Titel
In Grindelwald Grund wurde kürzlich die hochmoderne Gondelstation „V“-Terminal eröffnet. Von dort gelangt man in 15 Minuten auch auf den Eigergletscher. Schon der massive Druck auf den Ohren macht klar, wie schnell der Eiger Express seine Passagiere nach oben befördert. Mühelos gleitet man in den geräumigen Glaskabinen (sogar mit WLAN ausgestattet) über den tief verschneiten Wald bergwärts. Der Blick auf die Eiger-Nordwand mit ihrem schroffen, gewaltigen Gestein ist atemberaubend. Ab der Bergstation besteht obendrauf die Möglichkeit, mit der Jungfraubahn zum Top of Europe und damit zum höchstgelegenen Bahnhof der Welt auf 3454 Metern zu reisen. Das Jungfraujoch ist ein Touristenparadies.

Es gibt dort nichts, was es nicht gibt: Schweizer Kuhglocken als Souvenir, Luxusuhren, Bollywood-Restaurant, Lindt-Schoko-Flagship-Store, einen spiegelglatten Rundgang durch die frostige Welt und den besten Blick auf den Aletschgletscher. Das Bergspektakel zieht Millionen Besucher aus aller Welt an. Auch Berühmtheiten wie Extrembergsteiger Reinhold Messner oder Profi-Athleten Lindsey Vonn und Roger Federer waren schon auf dem Gipfel. Die beiden sind sogar in einem Tennismatch gegeneinander angetreten. Und die extreme Höhenluft dürfte besondere Kräfte aktivieren. Denn wer jetzt davon ausgeht, dass das Tennis-Ass die Partie gewonnen hat, ist auf dem Holzweg. Es war die Ski-Amazone, die den Platz als Siegerin verließ.

Apropos Holz: Mit dem „Velogemel“, einem Schneefahrrad auf Kufen, kann jeder zum Weltmeister werden. Wie? Am 6. Februar 2022 wird damit in Grindelwald um den ehrenvollen Titel gekämpft - einfach ausprobieren!

Diana Zwickl
Diana Zwickl
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