07.01.2022 12:08 |

Sicherer Schulbeginn

Experten raten nach Ferien: Maske, PCR, Lüften

Nach den verlängerten Weihnachtsferien beginnt am Montag wieder die Schule. Damit die Bildungsstätten keine Seuchenherde in der Omikron-Welle werden, raten Experten dazu, nicht auf die altbekannten Maßnahmen zu vergessen. Häufiges Testen mit den sensibleren PCR-Tests, konsequentes Maskentragen und effizientes Lüften sind laut Experten der Forschungsplattform „Covid-19 Future Operations“ aktuell besonders entscheidend für einen sicheren Schulbetrieb. Sie fordern zudem auch für Kindergärten ein Maßnahmenpaket.

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In der Praxis könne man nie sicherstellen, dass alle Maßnahmen optimal funktionieren und von allen Beteiligten gut befolgt werden, erklären die Experten. Daher sei eine Kombination wichtig: „Eine besonders wirksame Schutzmaßnahme“ ist dabei durchgehendes Tragen von hochwertigen und dichtsitzenden Masken, am besten FFP2-Masken“, raten die Experten. Lüften oder Luftreiniger ersetzen sind dabei allerdings kein ausreichender Ersatz für die Maske.

Bei niedrigen reichen zwei Minuten Stoßlüften
Beim Lüften sollen die Schulen auf intervallartiges Stoßlüften setzen, bei kaltem Wetter würden schon zwei bis drei Minuten für einen vollständigen Luftaustausch reichen. Alternativ sei auch Dauerlüften bei Kippfenstern möglich, bei vollbesetzten Klassen und ausreichender Heizleistung sei auch hier nicht von einem Absinken der Raumtemperatur unter 19 bis 20 Grad zu rechnen. Weil eine hohe CO2-Belastung in der Klasse ein Indikator für eine hohe Aeorosolbelastung der Atemluft und damit einhergehend ein höheres Infektionsrisiko ist, empfehlen die Experten außerdem den Einsatz von CO2-Messgeräten zur Überprüfung und Regulierung des Lüftens.

Luftreiniger ersetzen Frischluft nicht
Die Experten plädieren auch dafür, zur Unterstützung des freien Fensterlüftens Abluftventilatoren zur Eindämmung der Pandemie zu nutzen, diese seien auch kurzfristig, kostengünstig und mit geringem Aufwand nachrüstbar. Mobile Luftreiniger sollten nur unterstützend als zusätzliche Maßnahme eingesetzt werden, Frischluftzufuhr sei jedenfalls besser als Luftreiniger.

Antigentests entdecken Omikron oft nicht
Um infizierte Schüler und Lehrer möglichst noch zu identifizieren, bevor sie jemanden anstecken können, sollte an den Schulen aus Sicht der Experten mindestens dreimal pro Woche mit der PCR-Methode getestet werden. An den verbleibenden Tagen sollten zusätzlich Antigentests eingesetzt werden. Diese sind laut Papier grundsätzlich allerdings nur geeignet, um zeitnah besonders infektiöse Personen zu identifizieren. Es gebe nämlich Hinweise, dass „Nasenbohrer“-Antigentests bei Omikron asymptomatisch Infizierte noch seltener entdecken.

Experten: Keine Quarantäne für Kontaktpersonen nötig
Wird in einer Klasse oder Hortgruppe ein Fall entdeckt, ist aus Sicht der Plattform-Mitglieder keine Quarantäne der Kontaktpersonen notwendig, wenn zuvor alle Schutzmaßnahmen eingehalten wurden. Stattdessen sollten alle Gruppenmitglieder sieben Tage lang täglich PCR-testen. Bei mehreren positiven Fällen plädieren sie bei Infizierten wie auch engen Kontaktpersonen für mindestens fünf Tage Quarantäne (weil auch noch die länger ansteckende Delta-Variante kursiert) mit anschließendem PCR-Freitesten.

Die Empfehlung wurde von Experten wie Mikrobiologe Michael Wagner, Bildungspsychologin Barbara Schober (beide Uni Wien) oder Simulationsforscher Niki Popper herausgegeben. Dafür holte sich die Gruppe fachliche Unterstützung vom österreichischen Lüftungsexperten Ulrich Pöschl ein, der die Abteilung Multiphasenchemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz leitet.

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