Öffis in Transdanubien

Der Tag, an dem mich die „Krone“ aussetzte

Wie gut bzw. schlecht sind die Öffis in der Wiener Donaustadt? Die „Krone“ machte den Test und kutschierte Redakteurin Viktoria Graf nach Transdanubien. Wie lange braucht sie zurück in die Redaktion?

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Ist das Öffi-Netz in Wien wirklich so gut? Dass es in den Außenbezirken nicht so sein soll, ist kein Geheimnis. „Krone“-Redakteurin Viktoria Graf machte daher den Test: Wie lange braucht man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von einem Wohngebiet in der Donaustadt bis in die „Krone“-Redaktion in der Muthgasse in Döbling?

Um das herauszufinden, setzt mich unser Fotograf vormittags im 22. Bezirk aus. Genauer gesagt in Aspern, Plecnikweg 8. Eine schöne Gegend, viele Reihenhäuser, ein paar Felder und zahlreiche riesige Wohnbauten, die gerade im Entstehen sind. Und viele, die bereits vorhanden sind. Nicht umsonst ist die Donaustadt der am schnellsten wachsende Bezirk des Landes. Eine Gegend also, in der viele Menschen mit Öffis fahren, oder?

Mehrere Möglichkeiten, aber keine wirklich gut
Laut Google-Maps habe ich nun verschiedene Möglichkeiten, es in die Redaktion zu schaffen. Und ich möchte schnell sein. Die Arbeit ruft! Ich habe drei verschiedene Möglichkeiten: Bei der einen habe ich einen 1,4 Kilometer langen Fußmarsch bis zur U-Bahn-Station Aspern Nord, bei der zweiten kommt der Bus erst in 15 Minuten. Also bleibt mir nur die dritte Möglichkeit, die von der Zeit her auch die kürzeste sein soll.

Insgesamt 30 Minuten warten auf den Bus
Ich stelle mich also an die Bushaltestelle, die sich hinter einer kleinen Mülltonnen-Insel befindet. Nachdem die zehn Minuten Wartezeit vorbei sind, erspähe ich den Bus. Nur um mit ansehen zu müssen, wie er einfach geradeaus weiterfährt, anstatt die kleine Kurve zur Bushaltestelle zu machen.

Lange Intervalle
Frustriert muss ich am Fahrplan lesen, dass der nächste erst wieder in 20 Minuten fährt. Da ich nicht nochmal auf die Aufmerksamkeit des Fahrers vertrauen will, gehe ich zur nächsten Station weiter. Hier - bei einer geraden Straße - sollte das Halten kein Problem sein. Nach 20 Minuten stelle ich erleichtert fest: Ist es nicht. Der Fahrer nimmt mich mit. Und zwar bis zur Prinzgasse, bei der ich in die 26er-Bim einsteige - die zu meiner Überraschung binnen einer Minute da ist. So geht es 20 Minuten weiter nach Floridsdorf, dann nochmal umsteigen, weiter zum Friedrich-Engels-Platz.

Auto versus Öffis
Dort muss ich in den „gefürchteten“ 11A umsteigen. Und der hat seinen Ruf nicht von ungefähr, wie ich feststelle. Keine Echtzeit-Angabe. Wie lange wird es wohl dauern, frage ich mich? Sorgen sich meine Kollegen schon um mich? Während ich in Gedanken abschweife, steht er plötzlich vor mir. Der 11A, mein letztes Verkehrsmittel am Weg zur Arbeit. Neun Minuten musste ich warten. Die Fahrtzeit dauert lediglich sieben Minuten.

Ich steige aus, betrete das „Krone“-Gebäude, schaue auf die Uhr und stelle fest: Ich habe eine Stunde und 20 Minuten gebraucht. Unser Fotograf fuhr übrigens mit dem Auto zurück - in 22 Minuten.

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