03.12.2021 11:21 |

Nach Blümel-Rücktritt

Wiener ÖVP kürt Karl Mahrer am Abend zum Obmann

Vor wenigen Wochen zelebrierte er - mittels „Wien Rede“ - den Wahlsieg von vor einem Jahr, nun zieht sich Gernot Blümel als Finanzminister und Wiener ÖVP-Chef zurück. Böse Zungen behaupten, dass für die Landespartei ein Wechsel an der Spitze eigentlich Routine ist. Immerhin: Blümel war dort seit 2015 Obmann. Auf Blümel folgt der frühere Landespolizeikommandant und nunmehrige ÖVP-Nationalratsabgeordnete Karl Mahrer. 

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Mahrer wird im Zuge von Sitzungen der Parteigremien am Abend zum geschäftsführenden Obmann gewählt, wie ein Sprecher der Partei berichtete. Formal ist der neue Wiener ÖVP-Chef vorerst nur geschäftsführend im Amt. Die endgültige Kür muss im Rahmen eines Parteitags erfolgen. Einen Termin für diesen gibt es aber noch nicht.

Die Wiener ÖVP hat in der Hauptstadt schon seit geraumer Zeit kein sonderlich leichtes Leben, lag sie doch viele Jahre konstant unter der 20-Prozent-Marke. 2015 fuhr die Rathauspartei mit 9,24 Prozent gar das schlechteste Hauptstadt-Ergebnis aller Zeiten ein, danach übernahm Blümel. Die 20,4 Prozent vom Vorjahr waren Balsam auf die (inzwischen auch in Wien entsprechend neu gefärbten) türkisen Seelen.

Dabei war die ÖVP selbst in der Bundeshauptstadt durchaus einmal eine Großpartei - wenn auch freilich stets im Schatten der übermächtigen Wiener Roten. Konstant lag man - mit zwei Ausnahmen 1969 und 1973 - über dem 30-Prozent-Wert. Das bisher beste Resultat schafften die Rathaus-Konservativen 1983 unter Obmann Erhard Busek. Der Stimmenanteil kletterte damals auf 34,82 Prozent.

Seit 1945 hat die Wiener Landesgruppe nicht weniger als 18 Obleute gesehen. Nach dem Ende von Rot-Schwarz folgten etwa Alfred Finz, Johannes Hahn, Christine Marek, Gabriele Tamandl (geschäftsführend), Manfred Juraczka, Gernot Blümel - und ab dem Abend - interimistisch Karl Mahrer.

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