22.11.2021 15:20 |

Doppelschlag! 45 Titel

Andi Vojta auf dem Weg zum Thron

Noch ein Nachwort zum Doppelschlag von Andreas Vojta bei den Staatsmeisterschaften im Crosslauf am Wochenende in Graz. Der für den Wiener Verein team2012.at startende Niederösterreicher gewann ja erstmals sowohl die Kurz- als auch auf die Langstrecke und hat jetzt bereits 45 Siege bei österreichischen Leichtathletik-Titelkämpfen in der Tasche. Bei den Männern liegt in dieser Statistik der Allgemeinen Klasse nur noch Günther Weidlinger (53) vor Andi Vojta. Hinter dem 32-Jährigen rangieren Dietmar Millonig (43) und der heute nicht mehr so bekannte Werfer Emil Janusch, der es zwischen 1923 und 1939 auf 36 Titel gebracht hat.

2021 war selbst für einen Andreas Vojta auf nationaler Ebene ein ungewöhnlich erfolgreiches Jahr. Schließlich hat der von Wilhelm Lilge trainierte Athlet heuer acht österreichische Meisterschaften gewonnen - so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Bisher waren 2018 sechs Titel für ihn das Maximum. Heuer also war er gleich achtmal erfolgreich - auf einer breiten Palette von 3000 m in der Halle über 5000 und 10.000 m auf der Bahn, 10 km und Halbmarathon (Einzel und Team) auf der Straße bis hin zum Doppelschlag im Crosslauf. Sein Antreten auf der Langstrecke in Graz war immer geplant, für den Start auf der Kurzstrecke hatte er sich aber erst einen Tag vor den Meisterschaften entschieden.

Andi Vojta macht kein Hehl daraus, dass es mittlerweile sehr wohl ein Ziel für ihn ist, vielleicht eines Tages Günther Weidlinger in der Statistik der meisten Titel an der Spitze ablösen zu können. Warum auch nicht? Die noch fehlenden Meisterschaften kann er in den nächsten Jahren durchaus noch schaffen. Große Serien hat er in seiner so erfolgreichen Karriere schon genug hingelegt. In Kürze feiert er übrigens wieder einen Superlativ. In Dublin bestreitet er am 12. Dezember seine zwölfte Crosslauf-EM seit 2009 in Serie. Im Vorjahr waren diese Europameisterschaften wegen der Pandemie ausgefallen.

Von beidarmigen Bewerben profitiert
Da den wenigsten Emil Janusch wohl ein Begriff ist, noch ein paar Worte zu diesem Athleten, der erst für den WAF, dann für den Reichsbund gestartet ist. Janusch (14.12.1901 bis 21.05.1960) hat seine 36 Meisterschaften als Werfer zwischen 1923 und 1939 gewonnen - zum einen im Hammerwurf (11), Diskus (7) und Kugel (6) sowie zum anderen in den damals noch üblichen beidhändigen Bewerben im Diskuswurf (8 ) und Kugelstoßen (4). Er profitierte als Titel-Hamsterer, wie man sieht, von den einst recht beliebten beidhändigen Bewerbe. Dabei wurden die Ergebnisse von den Versuchen mit der rechten und der linken Hand addiert. Bis einschließlich 1937 standen beidhändigen Bewerbe, die einst auch olympisch waren, im Programm der österreichischen Meisterschaften. Natürlich hat Emil Janusch in diesen beidarmigen Disziplinen auch einige österreichische Bestleistungen aufgestellt. Im beidarmigen Diskuswurf ist er in der ÖLV-Rekordliste auch der letzte - mit 84,17 m von Wien am 24. September 1932 (46,24 m + 37,83 m).

Karoline Käfer unangefochten
Sollte Andreas Vojta eines Tages Günther Weidlinger, inzwischen Präsident des oberösterreichischen Leichtathletik-Verbandes, als Rekordhalter wirklich ablösen, stellen wir ihm hier auch gleich noch ein weiteres Ziel… Bei den Frauen steht bislang Karoline Käfer unangefochten an der Spitze der meisten österreichischen Leichtathletik-Meisterschaften. Die Kärntnerin hält nach meinen Recherchen bei 56 Titeln, diesen nationalen Overall-Rekord könnte Andi Vojta dann vielleicht auch noch angreifen. Aber alles zu seiner Zeit!

Karoline Käfer hat ihre 56 Titel in einem unglaublich langen Zeitraum von 1972 bis 1999 gewonnen. In den 70er-Jahren räumte sie in großen Serien die Sprinttitel von 100 m bis 400 m ab, den letzten Titel holte sie 1999 im Berglauf. Sie selbst wusste übrigens nicht ganz genau, wie viele Meisterschaften sie gewonnen hat. Es sind aber nicht jene 60 Titel, die in einigen Statistiken kursieren. Da ist dem großen und höchst verehrten Erich Kamper (1914 - 1995) offenbar einer seiner ganz wenigen Fehler unterlaufen, als er Karoline Käfer vier Staffel-Titel zu viel anerkannt hat. Aber dies war womöglich auch nur ein Fehler des Setzers…

Olaf Brockmann
Olaf Brockmann
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