Am Standort Wels

Hofer testet Pfand-System sogar mit Drive-in

Ab 2024 gibt’s verpflichtende Mehrwegquoten im Lebensmittelhandel, ab 2025 kommt das Einwegpfand für Plastikflaschen und Dosen - das steht seit einem Monat fest. „Die Umsetzung wird alle Handelsketten sehr fordern“, sagt Horst Leitner. Mit der „Krone“ sprach der Hofer-Chef über Tests, Innovationen und Zeitdruck.

„Krone“: Herr Leitner, seit Juli hat Hofer in insgesamt acht Filialen in Wels, Sattledt und Marchtrenk ein Mehrweg-Pfandsystem in Betrieb. Wie läuft’s bis jetzt?
Horst Leitner: Es sind lauter verschiedene Lösungen, die wir hier testen. Wir haben in Wels zum Beispiel einen Drive-In, wo ein Container zur Rückgabestation umgebaut wurde. Der Kunde fährt auf den Parkplatz, hält, macht den Kofferraum auf, gibt seine Sachen zurück und hat schon seinen Pfandbon, ehe er zum Einkauf einparkt.

Neben der Verpflichtung, Mehrweg anzubieten, kommt ja auch das Pfand auf Einweg-Flaschen und -Dosen. Wie beurteilen Sie das?
Die Mengen, die im Einweg-Bereich zurückkommen, sind viel, viel größer als bei Mehrweggebinde. Aus Deutschland wissen wir, dass man den Kunden die Dosen und Flaschen möglichst vor dem Einkauf abnehmen muss. Wir müssen uns also damit beschäftigen, wie das im ersten Gang des Marktes oder mit Zubauten davor funktioniert.

Bis 2024 und 2025 ist ja auch noch etwas Zeit, um sich darauf vorzubereiten, oder?
Das täuscht. Es ist viel Vorlaufzeit in vielen Bereichen nötig. Im nächsten Schritt braucht es das Einwegpfand-System, das muss eine übergeordnete Organisation sein. Die Handelsunternehmen können erst zu investieren beginnen, wenn das System feststeht. Wie sich das zeitlich noch vernünftig ausgeht, das werden wir eh sehen. Das wird alle Ketten sehr fordern.

Wie bereitet sich die Hofer-Zentrale in Sattledt vor?
Wir haben sieben verschiedene Lösungen, für die wir uns entschieden haben. Wir versuchen da jetzt schon zu planen, welche davon für jede einzelne unserer 530 Filialen sinnvoll und möglich ist, damit wir dann sofort loslegen können, sobald es möglich ist.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Samstag, 27. November 2021
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