11.11.2021 05:56 |

Nach Rekordquartal

Infineon erwartet langfristig hohe Chipnachfrage

Infineon stellt sich angesichts der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien auf eine dauerhaft höhere Nachfrage nach Halbleitern-Produkten ein. Viele Anwendungen würden weiter elektrifiziert und digitalisiert, deswegen sei zu erwarten, dass die starke Chip-Nachfrage in praktisch allen Märkten anhalte, sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss.

Die Chipknappheit in den Bereichen Automotive, Industrie, Rechenzentren, Internet der Dinge und anderen Bereichen werde bis weit in das Jahr 2022 bestehen bleiben.

Weltweit werden neue Fabriken gebaut
Vor allem die Autobranche leidet derzeit massiv unter den Engpässen bei Halbleitern. Weltweit stocken deswegen Chiphersteller ihre Investitionen auf, um den Bedarf zu decken. Allein Infineon will im laufenden Geschäftsjahr 2021/22 bis Ende September 2,4 Milliarden Euro ausgeben. Ploss sprach von enormen Summen, die derzeit in den Kapazitätsausbau gesteckt würden, allein asiatische Hersteller gäben dreistellige Milliardenbeträge aus.

Zugleich dämpfte er Sorgen vor massiven Überkapazitäten, sobald die neuen Anlagen in Betrieb gingen: „Wir gehen davon aus, dass die Industrie im Vergleich zu früheren Jahren reifer geworden ist.“ Gerade die Auftragsfertiger investierten durchaus mit Bedacht, sagte er.

Zitat Icon

Wir gehen davon aus, dass die Industrie im Vergleich zu früheren Jahren reifer geworden ist.

Infineon-Chef Reinhard Ploss

Bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht seien, werde es aber trotz der zusätzlichen Investitionen noch dauern, sagte Ploss. An den meisten Märkten seien die Kapazitäten weiterhin knapp, die Lagerbestände seien niedrig. Allerdings zeichne sich eine gewisse Stabilisierung ab, sagte Ploss: „Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin. Es gibt einen erheblichen Aufholbedarf. Aber der Auftragsbestand wächst nicht mehr so stark.“ Infineon erwirtschaftet rund zwei Fünftel seiner Erlöse im Autogeschäft.

Infineon meldet Rekordquartal
Die hohe Nachfrage nach Halbleitern bescherte dem Chiphersteller aus München ein Rekordquartal, der Umsatz lag mit drei Milliarden Euro gut ein Fünftel über dem Vorjahresniveau und höher als Experten vorausgesagt hatten. Im gesamten Geschäftsjahr 2020/2021 lagen die Erlöse bei gut elf Milliarden Euro und damit 29 Prozent höher als im Vorjahr.

Das Segmentergebnis - die Summe der Gewinne der einzelnen Sparten - verdoppelte sich fast auf 2,07 Milliarden Euro, die Marge erreichte 18,7 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 sagte Ploss einen weiteren Anstieg des Umsatzes auf 12,7 Milliarden Euro voraus und hob die Prognose für die Marge auf 21 Prozent an. „Wir sind so schlagkräftig wie nie“, betonte der Infineon-Chef.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 28. November 2021
Wetter Symbol