Lebertransplantation

„Mein neues Organ ist ein kostbares Geschenk“

Für eine junge Mutter mit einer schweren Lebererkrankung war die Transplantation die einzige Option. Nun kann sie ihr Leben wieder in vollen Zügen genießen. Sie berichtet von dieser schweren Zeit.

Lange wusste Maria Teufl nichts von ihrer Krankheit, bis sich im März 2017 alles änderte. „Ich hatte ein paar Tage nach dem Essen ein ungutes Gefühl und bemerkte eine ungewöhnliche Gewichtszunahme. Es wurde schlimmer, ich konnte kaum mehr liegen und schlafen“, berichtet sie. Bei Untersuchungen wurden Flüssigkeit im Bauchraum sowie Vergrößerungen von Leber und Milz festgestellt.Anhand einer Knochenmarkpunktion zeigte sich, dass die junge Frau an einer seltenen Erkrankung des Knochenmarks, einer essenziellen Thrombozythämie (eine Form von Blutkrebs) leidet, wodurch zu viele Blutplättchen (Thrombozyten) gebildet werden. Ursache dafür: eine krankhafte Veränderung in speziellen Genen (JAK2). Die Folgen sind lebensbedrohlich: In fast jedem Blutgefäß bilden sich Gerinnsel, die je nach Region zum Beispiel Schlaganfälle oder das Budd-Chiari-Syndrom auslösen, bei dem es zu einem Verschluss der Blutgefäße in der Leber kommt.

So auch bei Maria Teufl. Aufgrund des hohen Risikos für Blutgerinnsel muss die Salzburgerin Blutverdünner nehmen. Knoten in der Leber stellten sich zum Glück nicht als Krebs, jedoch als sog. Regeneratknoten (Versuche der Leber, verloren gegangenes Funktionsgewebe wieder zu ersetzen) heraus. „Auch wurde entdeckt, dass zwei Gefäße, die zum Hirn führen, zerstört sind - ein Hinweis, dass ich einen Schlaganfall hatte. Aber der Körper hat sich hier einen Umgehungskreislauf gesucht.“

Verschluss der Gefäße führt zum Organversagen
Marias Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Ständig musste sie Wasser aus dem Bauchraum absaugen lassen, bekam eine künstliche Verbindung (Shunt) zwischen dem Pfortadersystem und den ableitenden Lebervenen als Überbrückung für die verengten Gefäße. „Ich wurde immer dünner, war schon ganz grau im Gesicht. Die Entwässerungstabletten belasteten die Nieren.“ Zahlreiche Aufenthalte in den Spitälern in Oberndorf (Sbg.) sowie Innsbruck (T) folgten. Die Mutter einer kleinen Tochter wurde schließlich auf die Liste für eine Organtransplantation gesetzt. Sie erzählt: „Als mir der Arzt sagte, ich brauche eine neue Leber, hatte ich im ersten Moment das Gefühl, ich sehe einen Film, alles kam mir so unrealistisch vor. Aber mein Kind hat mich kämpfen lassen.“

Dank Spenderleber eine zweite Chance erhalten
Am 25. Juni 2019 der Anruf: „Es gibt ein Organ.“ Danach ging alles recht schnell: Mit Blaulicht in die Klinik nach Innsbruck, wo um knapp 5 Uhr Früh die Transplantation der Leber erfolgte. Maria Teufl berichtet: „Als ich auf der Intensivstation aufwachte, habe ich mich gut gefühlt. Die Beine spannten nicht mehr aufgrund von Wassereinlagerungen und ein paar Tage später konnte ich endlich wieder normal essen. Zwei Wochen nach der OP wurde ich entlassen. Ich hatte unglaublich viel Energie, fühlte mich wie neugeboren.“ Die 33-Jährige muss ihr Leben lang Medikamente (Blutverdünner, Immunsuppressiva) nehmen. Das nimmt sie gerne in Kauf für die nun erhaltene Lebensqualität: „Mein neues Organ ist ein unbezahlbares Geschenk. Ich nutze diese zweite Chance und genieße mein Leben.“

Regina Modl
Regina Modl
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Dienstag, 07. Dezember 2021
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