Kein „Rausstreik-Typ“

Grillitsch bedauert abgesagten Italien-Transfer!

Fußball National
02.09.2021 13:28

Florian Grillitsch hat in den vergangenen Wochen als heißer Kandidat für einen Wechsel in die Serie A gegolten. Mehrere italienische Clubs, darunter angeblich auch AC Milan, zeigten Interesse am österreichischen Fußball-Teamspieler. Allerdings kam es zu keiner Einigung und Grillitsch bleibt bis zum Ende seines Vertrags im Sommer 2022 bei der TSG 1899 Hoffenheim - zu seinem Leidwesen, wie der Niederösterreicher am Donnerstag in Chisinau berichtete.

„Es gab schon einige Interessenten aus Italien, da waren schon konkrete Verhandlungen“, sagte Grillitsch, ohne Vereinsnamen zu nennen. „Aber die Forderungen von Hoffenheim waren am Ende zu hoch, daran ist es auch gescheitert.“ Er hege deshalb aber keinen Groll. „Es ist jetzt so, ich kann es nicht ändern. Jetzt bleibe ich noch ein Jahr bei Hoffenheim, werde meinen Vertrag erfüllen und denke, dass ich im Sommer den nächsten Schritt machen werde.“ Dann ist Grillitsch ablösefrei zu haben.

Kein Streik
Einen Transfer in dieser Wechselperiode mit einem Trainingsboykott zu erzwingen, wie es im Fußball immer mehr in Mode kommt, kam für Grillitsch nicht infrage. „Rausstreiken wollte ich mich nicht, da bin ich nicht der Typ dafür.“ Der 26-Jährige versprach, trotz der geringen Restlaufzeit seines Arbeitspapiers bei Hoffenheim Vollgas zu geben. „Ich werde mich genauso reinhauen, als ob ich noch länger Vertrag hätte.“

Bei der TSG kam Grillitsch in der laufenden Saison noch zu keinem Pflichtspiel-Einsatz - auch deshalb, weil er in der Vorbereitung mit Muskelproblemen zu kämpfen hatte. „Ich bin noch nicht auf einem hundertprozentigem Fitnesslevel, wie auch, wenn ich vor Moldau kein einziges Spiel gemacht habe“, sagte der Mittelfeldmann.

Pflicht erfüllt
Dennoch fühlt sich Grillitsch für weitere Einsätze in den bevorstehenden WM-Qualifikationspartien am Samstag in Haifa gegen Israel und am Dienstag in Wien gegen Schottland gerüstet. „Ich denke schon, dass ich alle drei Länderspiele dieses Lehrgangs machen kann.“

Über das mühsame 2:0 am Mittwoch in Chisinau gegen die Republik Moldau meinte Grillitsch: „Wir haben die Pflicht erfüllt, doch wir wissen, dass es kein gutes Spiel von uns war.“ Von ihm selbst habe man angesichts der schwierigen Saisonvorbereitung „keine Wunderdinge“ erwarten dürfen.

Auch seine Mitspieler vermochten nicht zu überzeugen - wie so oft gegen defensiv eingestellte Mannschaften. „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir gegen solche Gegner geglänzt haben“, gestand Grillitsch. „Generell bringen wir bessere Leistungen gegen Gegner, die in der Weltrangliste höher anzusiedeln sind, weil wir da mehr Räume haben und umschalten können. Gegen tiefstehende Gegner haben wir ein Problem, finden nicht immer die besten Lösungen, vor allem im letzten Drittel. Das ist auf jeden Fall ein Punkt, den wir verbessern müssen.“

Klubkollege Dabbur wartet
Immerhin wartet nun mit Israel ein Team, das selbst aktiv werden wird. Allerdings besitzt die Truppe von Willi Ruttensteiner auch einiges mehr an Qualität als die Moldauer, vor allem in der Offensive mit Österreich-Schreck Eran Zahavi und Ex-Salzburg-Profi Munas Dabbur, Grillitschs Klubkollegen bei Hoffenheim. „Wir müssen näher an unsere Leistungsgrenze kommen als in Chisinau, dann bin ich zuversichtlich, dass wir gewinnen können“, erklärte der 27-fache ÖFB-Internationale (1 Tor).

Das 2:4 gegen Israel im März 2019 in der EM-Qualifikation in Haifa sah Grillitsch von der Ersatzbank aus. „Vielleicht war das der Grund, warum wir verloren haben“, scherzte der Niederösterreicher.

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(Bild: KMM)



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