17.08.2021 06:00 |

Grazer Schul-Projekt

Kinder sollen die Natur wieder richtig erleben

Unser Nachwuchs verlernt nach und nach den Umgang mit der Natur. Um das nachhaltig zu ändern, startet im Grazer Bezirk Ries zum Schulanfang ein Projekt: Die Umwelt soll so für die Jüngsten greifbarer gemacht werden.

Knappe zehn Autominuten von der Grazer Innenstadt entfernt, zwischen Feldern und Wiesen, findet sich ein kleiner Bauernhof. Der Meranhof auf der Ries wird bereits in dritter Generationen von der Familie Gaßner geführt - und ist Schauplatz eines neuen Projekts. Dort will Bezirksvorsteher Josef Schuster (ÖVP) Kindern die Natur in verschiedenen Bereichen näherbringen. Am Hof tummeln sich beim „Krone“-Besuch bereits einige Kinder. Von allen Seiten hört man aufgeregtes Gemurmel und Gelächter. „Genau das ist der Punkt, an dem wir ansetzen müssen. Dieses Projekt ist eine Investition in unsere Kinder - also gleichzeitig in unsere Zukunft“, erklärt Josef Schuster die Idee. Finanziert wird das Ganze mit dem „Klima-Euro“ der Stadt Graz.

Nachhaltige Investition für die Zukunft
Ein Budget von insgesamt 12.000 Euro steht dem Bezirk Ries jährlich für Projekte rund um die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zur Verfügung. „Wenn ich mit diesem Geld eine Solaranlage anschaffe, profitieren davon nur ein paar Leute. Mit diesem Projekt erreiche ich weitaus mehr“, führt Schuster die Idee aus, während er, von einer Schar Kinder begleitet, zu den neu errichteten Bienenstöcken etwas abseits vom Hof schlendert.

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Alles, was Kinder jetzt lernen, vergessen sie ihr ganzes Leben lang nicht mehr. Gerade deshalb ist das Projekt „Natur leben und erleben“ nicht nur eine Investition für unsere Kinder, sondern auch in die Zukunft von uns allen, ob Jung oder Alt.

Josef Schuster, Bezirksvorsteher Ries

Diese Bienen werden von Imker Harald Manninger betreut, der neben der Familie Gaßner, der Waldschule Graz sowie der Familie Aschacher eine Station des Projektes übernimmt. Seit bereits 20 Jahren studiert er die kleinen Lebewesen in all ihren Einzelheiten. Sein angeeignetes Wissen will auch er jetzt an die nächste Generation weitergeben. Denn eines ist klar: ohne Bienen gibt es auch kein Leben. Ihm ist besonders wichtig, Kindern die Angst vor den fleißigen Insekten zu nehmen. Während er den Stock mit seinem „Smoker“ einräuchert, erzählt er weitere Geschichten über die Bienenkönigin und ihr Volk.

Spielerisch lernen - mit Tieren am Bauernhof
Spielerisches Lernen - ein weiterer wichtiger Punkt des gesamten Projektes: Denn was Kinder jetzt lernen, merken sie sich ein Leben lang. „Wir müssen den Leuten auch wieder klarmachen, dass die Lebensmittel nicht aus dem Supermarkt kommen, sondern von uns Bauern“, erklärt Martin Gaßner, seine Motivation mit an Bord zu sein.

Um diese Botschaft zu übermitteln, eignet sich sein Bauernhof perfekt. Denn neben dem Bienenvolk von Harald Manninger lernen die Kinder auf dem Hof auch ganz andere Dinge kennen: Zum Beispiel können sie selbst eine Kuh melken oder ihr eigenes Brot backen und verkosten - ein Erlebnis, das für viele unvergesslich bleibt. Und man sieht, wie viel Arbeit hinter der Erzeugung eines Lebensmittels steckt - eine Arbeit die wieder mehr geschätzt werden muss. Um für die Kinder einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, soll auch ein Stempelpass eingeführt werden. Für jede Station gibt es einen Stempel und am Ende ist man offizieller „Naturschutzexperte“. Anmelden kann man sich zu den einzelnen Workshops übrigens ganz einfach bei Bezirksvorsteher Schuster.

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