27.07.2021 17:23 |

Hepatitis

Die Lebererkrankung bis zum Jahr 2030 ausrotten

Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli soll weltweit auf die Gefahren der viralen Lebererkrankung aufmerksam gemacht werden, um Hepatitits B und C bis 2030 zu eliminieren. Auch hierzulande rufen Experten die heimische Regierung auf, den Kampf gegen die Krankheit voranzutreiben. Denn: „Hepatitis kann nicht warten“, so das diesjährige Motto des Atkionstages.

“Alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch an viraler Hepatitis. Lass dich testen! Du könntest (D)ein Leben retten“,  so der Apell der Hepatitis Hilfe Österreich - Plattform Gesunde Leber (HHÖ).  Oft bleibt eine kranke Leber unerkannt. Vor allem eine chronische Hepatitis B und C können das Organ schleichend schädigen, ohne dass die Betroffenen etwas merken. „Eine frühzeitige Diagnose ist also von größter Bedeutung, wenn es um die Genesung bzw. Heilung der Patienten geht. Hepatitis-Infektionen sind behandelbar oder sogar heilbar“, unterstreicht Angelika Widhalm, Vorsitzende der HHÖ die Notwendigkeit von  Aufklärungskampagnen, Screening, Impfung und einem besseren Zugang zu den jeweiligen Therapien. 

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Gemeinsam beenden wir Hepatitis bis 2030!

Gesundheitsminister Dr. Wolfgang Mückstein

Gegen Hepatitis A + B gibt es bereits eine wirksame Kombinationsimpfung. Wichtig ist daher, dass die Impfbereitschaft besonders bei (Klein)Kindern nicht weiter sinkt. Die Hepatitis A+B-Impfung von Kindern und Jugendlichen in Österreich wirkt, verhindert die Infektion - auch durch die Variante D, die ohne das Hepatitis B-Virus nicht im Körper überleben kann -  und somit auch die Entstehung von Zirrhose, Leberkrebs und Notwendigkeit von Lebertransplantationen. Somit: Impfung = Krebsvorsorge!!! 

Hepatitis C hat dank moderner Therapie mit den DAAs eine Heilungsquote von über 90%. Die Behandlung sollte jedem so schnell wie möglich zugägnlich gemacht werden. Jeder, der in Österreich seine Diagnose erhält und in hierzulande versichert ist, hat laut den Experten sofort Anspruch auf eine DAA-Therapie!

Hepatitis E  ist ein sehr großer Risikofaktor bei Schwangeren. Werdende Mütter sollten standardisiert (mindestens) auf Hep. E getestet werden. Blutkonserven werden in Österreich unter anderem auf virale Hepatitis B sowie C untersucht und sollten auch die Variante E miteinbeziehen.

Durch die Corona-Krise sind andere Krankheiten etwas ins Hintertreffen geraten. "Was schon jetzt sehr deutlich wird, ist dass die COVID-19 Pandemie mit anderen globalen Epidemien, wie viraler Hepatitis oder HIV kollidiert und einen negativen Einfluss auf die Kontinuität der medizinischen Leistungen insgesamt hat“, betont Dr. Gottfried Hirnschall, ehemaliger Director HIV-Department and Global Hepatitis Program der WHO sowie Beirat der HHÖ und appelliert,  konkrete Aktionen, die auch in der Strategie der WHO vorgesehen sind,  nicht zu vernachlässigen „wenn wir wollen, dass unsere Kinder in einer Welt ohne virale Hepatitis leben können."

Daher fordert die HHÖ:

  • Regelmäßige Screenings in Risikogruppen.
  • Angebot von kostenlosen Hepatitis-Schnelltests im Rahmen der Corona-Teststationen für die Bevölkerung.
  • Jeder Hepatitis B-Patient muss einmal auf Hepatitis D (Delta) getestet werden, um rechtzeitig die neue Therapie der Hepatitis Delta einzuleiten und damit eine rapide Verschlechterung der Lebererkrankung und somit die Gefahr des frühen Todes zu verringern.
  • Endlich die Erstellung eines von der WHO seit Jahren geforderten Hepatitis-Aktions-Planes und nicht nur eine Erfassung der derzeitigen Situation (aus 2019).
Regina Modl
Regina Modl
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