25.07.2021 13:38 |

Verrückte Szene

Falscher Gold-Jubel! Favoritin übersah Kiesenhofer

Die Niederländerin Annemiek van Vleuten galt beim Olympia-Straßenrennen als große Favoritin, musste sich am Ende aber der österreichischen Sensationssiegerin Anna Kiesenhofer geschlagen geben. Dennoch jubelte die 38-Jährige bei der Zieleinfahrt ausgelassen. Was war passiert?

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Goldmedaillengewinnerin Kiesenhofer hatte sich bereits nach wenigen Kilometern mit Anna Plichta (Polen) und Omar Shapira (Israel) vom Hauptfeld abgesetzt und zeitweise mehr als zehn Minuten Vorsprung herausgefahren. Die Niederösterreicherin setzte sich später von ihren Begleiterinnen ab. Als die Spitzenfahrerinnen um Van Vleuten Plichta und Shapira wenige Kilometer vor dem Ziel einholten, dachten sie, sie hätten alle Ausreißerinnen wieder erreicht.

„Wir dachten, wir machen alles richtig. Wir haben die Polin und die Israelin eingeholt und dachten, wir würden um die Goldmedaille fahren“, so die Niederländerin nach dem Rennen.

Als Van Vleuten schließlich ins Ziel fuhr, jubelte sie ausgelassen, riss die Arme in die Höhe - im Glauben, das Rennen gewonnen zu haben. Erst als sie vom Rad stieg, realisierte sie, dass sie „nur“ Silber ergattert hatte. Bei der TV-Übertragung war zu sehen und zu hören, wie die Niederländerin zu Trainer Ruud Zijlmans ging und sagte: „Oh Ruud, ich habe mich völlig geirrt. Ich habe es überhaupt nicht gemerkt.“

Schuld am verfrühten Jubel war wohl die fehlende Funkverbindung zum Betreuerauto. Denn anders als auf der World Tour ist bei Olympia kein Funk erlaubt. „Im wichtigsten Rennen in vier Jahren keine Kommunikation zu erlauben, ist nicht professionell“, so Van Vleuten. Sie sei enttäuscht, aber auch stolz, merkte die dreifache Ex-Weltmeisterin nach ihrer ersten Olympiamedaille an. „Ich wollte zeigen, was mit 38 Jahren noch möglich ist.“

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