"Elftal"-Star Sneijder hatte sich den ballverliebten Arnautovic bereits in der Halbzeit geschnappt und ihn wegen der zahlreichen Fersler und No-Look-Pässe getadelt. "Ich habe ihm in der Pause gesagt, er soll mit solchen Tricks aufhören", sagte der Inter-Mailand-Regisseur. Nach dem Schlusspfiff war er aber schließlich voll des Lobes für den jungen Österreicher: "Er hat sich gut entwickelt. Man hat schon bei Inter gesehen, dass er ein Guter ist." Auch die anderen Spieler der niederländischen Nationalmannschaft zeigten sich von der Leistung der rot-weiß-roten Mannschaft positiv überrascht (siehe auch Video).
"Elfer-Fluch" endlich beendet
Mit dem 1:3 per Elfmeter beendete Arnautovic jene Serie, die das ÖFB-Team in Freundschaftspartien zuletzt dreimal in Folge vom Punkt scheitern ließ. "Ich habe nicht viel nachgedacht und wollte den Ball einfach reinschießen", sagte der 21-Jährige. Der Legionär von Werder Bremen hält nun bei vier Treffern in den jüngsten vier Ländermatches. "Immerhin habe ich jetzt ein Tor gegen Holland erzielt. Aber wenn man 1:3 verliert, kann ich mich nicht so freuen."
Allzu niedergeschlagen war Arnautovic aber nicht, schließlich kam für den Offensivspieler die Niederlage nicht wirklich überraschend. "Man braucht sich nicht viel zu erwarten, wenn man gegen den Vizeweltmeister spielt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir im nächsten EM-Quali-Match gegen Belgien punkten, das ist viel wichtiger."
Schiemer schwärmt über Sneijders "absolutes Traumtor"
Anders als Arnautovic geriet Sneijder-Bewacher Franz Schiemer beim Gedanken an den Volleyheber zum 1:0 vollkommen ins Schwärmen. "Das war ein absolutes Traumtor. Da hat man gesehen, dass er ein Weltklassespieler ist", erklärte der Salzburg-Verteidiger. Kurz vor der Pause ließ Schiemer die große Chance auf den Ausgleich aus. "Das 1:1 wäre wichtig für die Moral gewesen, leider habe ich es nicht gemacht. Nach den guten ersten 45 Minuten haben wir uns für die zweite Hälfte trotzdem noch etwas ausgerechnet, aber mit dem schnellen 0:2 war die Sache dann entschieden."
Die ÖFB-Darbietung in der ersten Hälfte war für Schiemer ebenso zufriedenstellend wie für Kapitän Christian Fuchs. "Da konnten wir das Tempo der Holländer mitgehen und waren ebenbürtig. Das gibt Selbstvertrauen", meinte der Linksverteidiger und war nach eigenen Angaben stolz auf die Leistung seiner Mannschaft. Auch Stefan Maierhofer zog ein eher positives Resümee. "Wir hatten praktisch genauso viele Chancen wie die Holländer, nur haben die ihre Möglichkeiten verwertet. Das zeigt eben ihre große Klasse."
Constantini hebt positive Aspekte hervor
Auch Teamchef Dietmar Constantini war nach dem Spiel bemüht, die positiven Aspekte der Niederlage hervorzuheben. Der Tiroler lobte am Mittwoch vor allem die Einstellung seiner Mannschaft, die sich seiner Meinung nach gegen den Vizeweltmeister gut geschlagen hatte. "Die Spieler lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Andere Mannschaften brechen, wenn sie unmittelbar nach der Pause das 0:2 bekommen", vermutete Constantini und sprach von einem fairen Resultat. "Immerhin haben wir gegen ein Weltklasseteam gespielt. Auch vor dem Match hat niemand gedacht, dass wir hier gewinnen.
Der Nationaltrainer bekrittelte zwar zu viele Ballverluste, die bestraft worden seien, äußerte sich aber auch wohlwollend über die Kampf- und Laufbereitschaft seiner Truppe. "Wir haben mit aller Kraft versucht dagegenzuhalten und bis zum Schluss unsere Leistung zu bringen. Die Erkenntnis aus dem Spiel ist, dass die Mannschaft nie aufgibt und immer 100 Prozent gibt, egal bei welchem Spielstand." Dass sich zahlreiche Holländer lobend über die Österreicher äußerten, kostete Constantini nur ein müdes Lächeln. "Wir müssen so weit kommen, dass sie uns nicht mehr loben, sondern gegen uns verlieren."









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