14.06.2021 11:33 |

ÖFB-Anhänger berichtet

Bukarest-Fan-Reise: Tiefkühlpizza, Plattenbau, 3:1

Nach langer, langer Zeit durften beim EURO-Spiel gegen Nordmazedonien erstmals wieder Fans einem Match des österreichischen Nationalteams beiwohnen. Einige Anhänger des ÖFB-Teams waren davon so motiviert, dass sie sich nach dem Bekanntwerden der Nachricht sofort auf den Weg nach Bukarest machten, um vor Ort die Mannschaft unterstützen zu können. Einer von ihnen, Maximilian Klesl, schildert jetzt seine Erlebnisse.

Freitag 22:00, das Flugzeug nach Bukarest hebt ab! Nach monatelangem planen und abwarten, unzähligen Möglichkeiten, unser Ticket zurückzugeben begann das Abenteuer EM 2020 (2021?).

Nachdem wir erst ca. 3 Wochen vor Spielbeginn erfuhren, dass wir die Tickets tatsächlich zugelost bekamen, hieß es schnell handeln, sofort und ohne viel Nachdenken wurde der Flug gebucht, Freitag Abend hin, Montag in der Früh wieder zurück. Preis angemessen, vor allem gleicht er sich durch das wirklich günstige Hotel in Bukarest aus.

Erstes Problem: Nacht-Ankunft
Erste Schwierigkeit war es, um 0:40, Bukarest hat eine Stunde Zeitverschiebung zu Österreich, einen Weg in die Innenstadt zu finden. Nach ein bisschen Recherche fanden wir einen Bus, der relativ in die Nähe des Hotels in der Innenstadt fährt. Er kommt tatsächlich zur Haltestelle, um 2:00 kommen wir im Hotel an und schlafen während den Highlights des Eröffnungsspiels schnell ein.

9:00 Frühstücksbuffet, es gibt u.a. Tiefkühlpizza (?). Danach gibt es bei sonnigem Wetter Sightseeing. Der wirklich riesige Parlamentspalast (oben im Bild) wird umrundet, eine sich seit 12 Jahre im Bau befindende Kirche ist auch in der Runde dabei. Danach geht es wieder Richtung Innenstadt, wo wir unser Mittagessen in einem kleinen hippen Restaurant genießen.

Und dann kam der Regen. Wie in der Woche davor schon angesagt, begann es zu strömen, und hörte nicht auf! Unser Plan war es, zum Erkunden zum Stadion zu spazieren, was wir dann auch taten, der Spaziergang wurde aber eher zur Safari! Bei 25 Grad und Regen füllten sich die Straßen mit Wasser, Gullydeckel waren eher Mangelware, und so wurden die Straßen zu Flüssen.

Auf dem Weg zum Stadion holten wir unser „Medical Armband“ der UEFA ab, das unseren COVID Status bestätigt. Der Impfpass meines mitreisenden Freundes wurde mit einem „What is this?“ begutachtet, der UEFA Mitarbeiter konnte aber dann überzeugt werden, dass der Impfpass durchaus gängig ist.

Flucht in die Mall
Wir beschlossen dem Regen in die naheliegende „Mega-Mall“ zu entfliehen, die einen beeindruckenden Kontrast zu den sonst eher sozialistisch gehaltenen riesigen Wohnhäusern darstellte. Nach unserem Spaziergang ins Hotel zurück bot uns das Fernsehen die schockierenden Eriksen-Bilder, nach dem Belgien Match wurde geschlafen.

Sonntag 9:00. Checkout nach ausgiebigen und nicht so vitaminreichem Frühstück. Der Regen als treuer Begleiter blieb, dieses Mal ging es Richtung Lipscani, der Altstadt Bukarests, die wirklich sehenswert ist. Im Regenponcho ging es dann langsam am Matchtag Richtung Stadion, in der schon bekannten Mall wurde die erste Halbzeit des England Spiels geschaut.

Obwohl unser Slot zum Einlass ins Stadion von 18:00 bis 18:30 war, fanden wir problemlos schon um 17:30 Einlass und bewunderten die wunderschöne Arena Națională, und bejubelten unseren ersten Sieg bei einer EM!

Denselben Bus wie auf der Hinfahrt nehmend fanden wir auch Montag um 3:00 den Weg zum Flughafen. Nach dem Flug zurück ins im Moment noch ferne Wien endet unser Abenteuer.

Eine andere Covid-Welt
Covid wird in Bukarest anders gehandled als in Wien, Medical Center werden vor allem für Tests von EM Besuchern genutzt, in Restaurants, Hotels und dem Stadion wird die Maskenpflicht nicht allzu ernst genommen. Auffallend waren auch die vielen, vielen „UEFA Mafia“ Sticker, die in der Stadt verteilt klebten. Das Leben wirkte dennoch ein bisschen wie vor März 2020. So auch im Stadion nach einer kleinen Aufwärmphase der Fans. Die Stimmung war auch auf unseren Plätzen in der allerletzten Reihe top und lässt auf eine auch weiter erfolgreiche EM hoffen.

Gastautor: Maximilian Klesl, Publizistik-Uni Wien

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