09.06.2021 12:45 |

Warnt vor Rückschlägen

Drosten: Zweite Corona-Impfung nicht auslassen!

Die Corona-Inzidenzen sinken quer durch Europa, der Alltag normalisiert sich. Nun ist die große Frage offen, ob sich über den Sommer große Teile der erwachsenen Bevölkerung impfen lassen werden. Der deutsche Top-Virologe Christian Drosten hofft es zwar, hat aber Zweifel. Er warnt vor Rückschlägen für die Corona-Impfkampagnen. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich ihre Zweitimpfungen auch abholten. Seit Montag können in unserem Nachbarland auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden.

„Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein“, so Drosten in einem Podcast des NDR. Seit 20 Jahren sind Coronaviren das Spezialgebiet des deutschen Top-Virologen, der erst kürzlich mit seinen Aussagen über die Herdenimmunität beim Menschen für Aufsehen sorgte.

Impfungen der Über-40-Jährigen „dringlich“
Das Ziel seien mindestens 80 Prozent Komplettimpfungen der „impffähigen erwachsenen Bevölkerung“, er erwartet jedoch in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Bereitschaft der Menschen, sich immunisieren zu lassen. Wichtig sei jetzt in erster Linie, jene Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Corona-Risikos dringlich sei. Auch Impfungen der Über-40-Jährigen seien essenziell, zitiert der Bayrische Rundfunk den Virologen.

Delta-Variante mit „Fitness-Vorteilen“
Die Delta-Variante des Virus, so Drosten in dem Podcast, sei ansteckender als vorherige Mutationen. Sie habe „Fitness-Vorteile“, zum Beispiel gegenüber der Alpha-Variante. Neueste Zahlen deuteten freilich lediglich auf einen leichten Anstieg in Deutschland hin.

Neue Mutation liefert zusätzliches Argument für Impfung
Die Delta-Variante (B.1.617.2) ist nach Angaben der britischen Regierung um 40 Prozent ansteckender als die Ursprungsform des Covid-19-Erregers. In Großbritannien gilt die Variante, die erstmals in Indien nachgewiesen worden war, bereits als vorherrschend und kann zu schwereren Covid-19-Erkrankungen führen. Sie liefert deshalb ein „gewichtiges Argument für das Impfen“, sagt auch der österreichische Virologe Andreas Bergthaler.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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