24.05.2021 05:00 |

Penisprothese

Wenn bei IHM „nichts mehr geht“

In manchen Fällen hilft zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion als letzter Ausweg nur ein chirurgischer Eingirff. Ein Experte erklärt, wie eine „Penisprothese“ - genauer gesagt, ein Schwellkörperimplantat - funktioniert.

Kann der Penis nicht bzw. unzureichend lange versteifen, verhindert dies einen befriedigenden Geschlechtsverkehr. „Ungesunder Lebensstil, Grunderkrankungen wie Diabetes, Unfälle bzw. Operationen nach einer Krebserkrankung (Darm-, Prostatakarzinome), aber auch eine schwere Form der Penisverkrümmung führen mitunter - meist ab 50 Jahren - zu einer Potenzproblematik“, berichtet Dr. Franklin Kuehhas, Facharzt für Urologie und Andrologie in Wien. Bringen konservative Behandlungsmethoden, z. B. spezielle Präparate, Tabletten, Injektionen, keinen Erfolg, bleibt als letzte Therapieoption das Einsetzen einer „Penisprothese“ (Schwellkörperimplantat). Bei dem chirurgischen Eingriff ersetzt man nicht den Penis, sondern bringt ein Implantat in die funktionsuntüchtigen Schwellkörper ein, um den verloren gegangenen Erektionsmechanismus wiederherzustellen.

Zwei Systeme
Bei der semirigiden Prothese wird ein biegsames Silikonstäbchen in den Schwellkörper implantiert, wodurch der Penis in alle Richtungen gebogen werden kann. Hydraulische Systeme gleichen dem natürlichen Erektionsmechanismus am stärksten. Durch die Betätigung einer winzigen Pumpe im Hodensack pumpt man Flüssigkeit von einem Reservoir hinter der Bauchdecke in die beiden Zylinder, die in die Schwellkörper implantiert wurden. So lässt sich der Penis schrittweise aufblasen, bis er die gewünschte Steifigkeit erreicht hat. Die Erektion endet nicht nach dem Orgasmus, sondern erst durch willentliche Betätigung des Ablassventils.

„Für Außenstehende ist dies nicht erkennbar. Man kann weiterhin einen Orgasmus verspüren, Ejakulation und auch Kinder bekommen. Laut neuesten Studien gehen Penisprothesen mit einer über 98%-igen Zufriedenheitsrate einher. Nicht nur bei den Patienten selbst, sondern auch ihren Sexualpartnerinnen“, so der Experte. Um ein gutes Operationsergebnis zu erzielen und potenzielle Gefahren zu vermeiden, sollten die komplexen Eingriffe ausschließlich von trainierten und spezialisierten Chirurgen durchgeführt werden. In Österreich werden die Kosten des Eingriffs nur in wenigen Ausnahmefällen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Regina Modl
Regina Modl
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