03.03.2021 09:00 |

Kein Einkommen

„Mein größter Traum zerplatzt gerade“

Bianca Wenger ist 23 Jahre alt und hat sich 2019 ihren größten Traum erfüllt: Einen eigenen Hof mit acht Pferden. Als Reitpädagogin und Privatzimmervermieterin verdiente die Salzburgerin tagtäglich ihr Brot - bis zur Coronakrise. Anspruch auf finanzielle Unterstützung hat Wenger aber keinen.

Dass Bianca Wenger später etwas mit Tieren machen wollte, war ihr schon als 5-Jährige klar. „Vor zweieinhalb Jahren habe ich mir dann meinen Traum erfüllt und den Auszeithof Schwabhof gepachtet“, berichtet die Salzburgerin. Acht Pferde und mehrere Kleintiere tummeln sich nun auf dem kleinen Hof in St. Margarethen im Lungau. Die 23-Jährige bietet Reiteinheiten für Kinder an. „Durch die Arbeit mit meinen Ponys möchte ich Kinder unterstützen, die an Konzentrations- oder Lernschwächen leiden. Die Arbeit mit den Tieren soll auch ihr Selbstbewusstsein stärken“, erzählt sie.

Pachtkosten über private Zimmervermietung
Die Pacht- und Betriebskosten bezahlte Wenger bislang über die Vermietung privater Zimmer. „Die 18 Betten in den vier Apartments waren normalerweise gut gebucht“, so Wenger. Mit den Einnahmen zwischen Weihnachten und Ostern konnte sie ihre Fixkosten bis Herbst abdecken.

Dann kam die Pandemie, die der Lungauerin den finanziellen Boden unter den Füßen wegzog. „Von einem Tag auf den anderen hatte ich keine Einnahmen mehr, auch die Reiteinheiten fielen aus.“ Anspruch auf Entschädigung nach dem Epidemiegesetz hat Wenger – so wie die anderen 8000 heimischen Privatzimmervermieter – nicht. Gelder aus dem Härtefallfonds gibt es derzeit nur für Vermieter mit weniger als zehn Betten, die „Krone“ berichtete. „In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, ob wir den Pachtvertrag beiderseitig auflösen und ich für meine Tiere ein neues Zuhause suchen muss“, klagt die 23-Jährige. Alle, die die junge Tierliebhaberin unterstützen wollen, können sich unter auszeithof@schwabgut.at bei ihr melden.

Hohe Fixkosten in Ställen fordern die Betreiber
Auch Familie Schmidhuber, die das Reitzentrum Doktorbauer in Salzburg-Nonntal betreibt, kämpft mit den Fixkosten. „Wir sind kein Hotel, wo man Licht und Strom abschalten kann. Die Fixkosten laufen weiter“, so Chefin Anne Schmidhuber.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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